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Alexander Zemlinsky: Lyrische Symphonie, op. 18 / Patrick Hahn

21.04.2024KonzertBR-KlassikMichaela Fridrich, Anna Greiter —   –  Details

Patrick Hahn

Das Schaffen von Alexander Zemlinsky mäandert stilistisch zwischen Spätromantik und der Zweiten Wiener Schule. Erst seit den 1970er Jahren werden der lyrische Zauber und die sinnliche Opulenz seiner Klangsprache allmählich wiederentdeckt. Von seiner 1923 entstandenen — Lyrischen Symphonie» op.18 können wir sagen: In diesem Werk konstruiert der Komponist aus sieben Gedichten von Rabindranath Tagore einen Dialog zweier Liebender, dessen suggestive Metaphorik existenzielle Themen berührt. In seinem letzten Sonntagskonzert der Saison knüpft der Dirigent Patrick Hahn mit dem Münchner Rundfunkorchester im Prinzregententheater an ein früheres, inzwischen auf CD erschienenes Zemlinsky-Projekt an: Im November 2022 gab es eine konzertante Aufführung der — Florentinischen Tragödie». Jetzt geht der — Lyrischen Symphonie» die Sinfonietta op. 23 voraus. —

 
 

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Max Strohe 42, Chef, Sternekoch & Autor

21.04.2024Hörbar RustradioeinsBettina Rust —   –  Details

Max Strohe

Um gut zu essen, gibt es genau zwei Möglichkeiten: selbst kochen oder kochen lassen, beispielsweise in einem Restaurant. Und dort sehen wir dann meist einen Tresen, Tische, Stühle, wir sehen das Servicepersonal. Was uns aber in der Regel verborgen bleibt, sind die Leute, die das Essen zubereiten. Manchmal allerdings stechen ein paar besondere Köchinnen oder Köche hervor, die mit ihren Teams besonders gute Arbeit machen. Oder weil man sie aus dem Fernsehen kennt oder weil sie Bücher schreiben oder weil sie durch ihre Persönlichkeiten einfach auffallen. Auf Max Strohe, unseren heutigen Gast, treffen alle soeben genannten Punkte zu. — Gäbe es im Leben eine Checkliste besonders intensiver Erfahrungen, negativ wie positiv, dann könnte der 1982 in Bonn geborene und in Sinzig am Rhein aufgewachsene Sternekoch bei sehr vielen davon schon mal einen Haken machen. Zur Veranschaulichung folgt dieses in seinem Fall immer herangezogene Potpourri: bricht mit 15 die Schule ab, Drogen, bricht die Lehre ab, Exzesse, schließlich die Freude übers Kochen, das eigene Restaurant, der Stern. Und immer dieses Angetriebensein – oder wirkt es nur so?

 
 

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Zur Person: Anna Jermolaewa. Über Kunst und Brisanz des Alltäglichen.

20.04.2024DiagonalÖ1Ines Mitterer —   –  Details

Anna Jermolaewa

2024 bespielt Anna Jermolaewa den Österreich Pavillon auf der Biennale in Venedig. Die 1970 in St. Petersburg geborene Künstlerin ist seit langem mit dem Verweisen auf gesellschaftliche und menschliche Zu- und Missstände beschäftigt. Sie selbst musste aus politischen Gründen 1989 aus der UdSSR flüchten. Anhand ihrer Werke lassen sich die gesellschaftliche Entwicklung Europas nach dem Zerfall der Sowjetunion und die Auswirkungen daraus in Europa und in Russland nachempfinden. — Dass es Anna Jermolaewa im Österreich Pavillon auf der Biennale 2024 in Venedig mit ihrer Arbeit — Schwanensee» nicht um schöngeistige Betrachtungen zum klassischen Ballett gehen wird, davon ist auszugehen. Die 1970 in St. Petersburg geborene Künstlerin beschäftigt sich bereits seit langem mit gesellschaftlichen und menschlichen Missständen. Noch Ende der 1980er Jahre war sie als Schülerin Mitbegründerin der ersten oppositionellen Partei — Demokratische Union» und Mitherausgeberin der Parteizeitung gewesen. Die neuen Spielregeln der Perestroika waren noch nicht klar und die Freunde rund um Partei und Zeitung wurden von der Staatsmacht drangsaliert und bedroht, Jermolaewas Wohnung von der Polizei durchsucht. Sie verließ das Land und kam über Polen nach Österreich, zuerst ins Flüchtlingslager Traiskirchen, was in Venedig auch eine Rolle spielen wird. Jetzt setzt sie sich für Geflüchtete aus der Ukraine ein, innerhalb und außerhalb ihrer Kunst. Russland und die Ukraine, die Länder, die sie als Jugendliche geprägt haben, spielen in Jermolaewas Installationen, Fotos und Videos eine Hauptrolle. Die Künstlerin bildet mit ihrer Arbeit Geschichte ab – aber vor allem, wie sich der Lauf der Geschichte auf den einzelnen Menschen sowie die Gesellschaft auswirkt. Das Menschliche hat einen hohen Stellenwert in Jermolaewas Kunst, wenn nicht den höchsten. Und deshalb ist ihre Kunst auch so zugänglich, verführt mit Humor und Poesie und verleitet dann zum Eintauchen in komplexe gesellschaftliche und politische Verflechtungen.

 
 

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