Alle Artikel in der Kategorie “Ö1

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Von Beethovens Taubheit bis Paganinis hypermobile Finger – Typische Krankheiten von Musiker:innen (1)

16.01.2023RadiokollegÖ1Marie-Therese Rudolph —   –  Details

LV Beethoven

Ihr Arbeitsplatz ist die Bühne, ihre Leistung ständig unter Beobachtung. Doch das, was Musiker:innen vor Publikum präsentieren, ist das Ergebnis jahrzehntelangen Trainings, das oft in früher Kindheit begonnen hat und bis ins hohe Alter reicht. Sofern der Körper und die Psyche mitspielen, denn die halten diesen Belastungen nicht immer stand. Den Bedarf an Therapien für Gelenke, Bewegungsabläufe, Muskeln, Nervenfunktionen und psychische Erkrankungen decken eine Vielzahl an Therapie- und vermehrt Prophylaxe-Angebote ab, die den neuesten Erkenntnissen Rechnung tragen. Betroffene, Therapeut:innen und Wissenschafter:innen geben Einblicke in die Situation. — «Die größte Qual bereitet mir das fast ununterbrochene Getöse im Inneren, das mir im Kopf braust und sich bisweilen zu einem stürmischen Gerassel steigert. Dieses Dröhnen durchdringt ein Gekreisch von Stimmen, … als ob Furien und alle bösen Geister auf mich losfahren würden». Was der böhmische Komponist Bedrich Smetana hier beschreibt, ist sein Tinnitus, dessen Ton er identifiziert und in seinem Streichquartett «Aus meinem Leben» musikalisch verewigt hat. Dass das Hören für Komponist:innen und Musiker:innen von essenzieller Bedeutung ist, steht außer Frage, umso tragischer, dass es viele gibt, die sich auf ein inneres Hören ihrer Musik verlassen mussten. Beethoven ist wohl das prominenteste Beispiel für dieses Schicksal. Über Musikerkrankheiten, seien sie physischer oder psychischer Natur, auch im Hinblick auf die Auswirkungen auf ihr künstlerisches Werk, ist viel publiziert worden. Ein historischer Abriss dieses erstaunlich vielfältigen Themas.

 
 

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Tribut an John und Alice Coltrane: Lakecia Benjamin

16.01.2023SpielräumeÖ1Marlene Schnedl —   –  Details

Lakecia Benjamin

Saxofonistin Lakecia Benjamin im Oktober 2022 im Salzburger Jazzit

Lakecia Benjamin stand bereits mit Stevie Wonder und Alicia Keys auf der Bühne. Und auch in Jazzkreisen hat die 40-jährige New Yorker Saxofonistin markante Spuren hinterlassen. Als Sidewoman in der Band von James Blood Ulmer etwa – oder auch in eigenen Projekten: 2020 erschien als drittes Album unter ihrem Namen «Pursuance: The Coltranes», eine Hommage an John und Alice Coltrane in Bigband-Besetzung. — Am 24. Oktober 2022 interpretierte Benjamin das Programm mit ihrem Quartett im Salzburger Jazzit: Pianistin Miki Hayama, Kontrabassist Ivan Taylor und Schlagzeuger EJ Strickland geleiteten Benjamins mit energetischer, ja, seelenvoller Inbrunst intoniertes Altsaxofon durch Musik aus John Coltranes Repertoire, von «My Favourite Things» bis hin zu einzelnen Sätzen aus der berühmten Suite «A Love Supreme». Von Ehefrau Alice Coltrane, als Harfenistin und Pianistin hervorgetreten, war die Komposition «Turiya And Ramakrishna» in einer kraftvollen Version zu hören. Ein großer Abend im Jazzit!

 
 

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Raf Camora – Zeitenwende im deutschen Hip-Hop

11.01.2023RadiokollegÖ1Stefan Niederwieser —   –  Details

Raf Camora

Lexikon der österreichischen Popmusik (3) — Raf Camora ist für viele Jugendliche ein Idol. Kein anderer Musiker im deutschen Sprachraum war in den vergangenen zehn Jahren erfolgreicher. Damit prägt er den Sound von Deutschrap – und von deutscher Popmusik.

 

Wegen ihm müssen in Wien Straßenzüge gesperrt werden. Wo er auftaucht, bilden sich Menschentrauben. Denn das, was Raf Camora geschafft hat, ist zuvor keinem Österreicher gelungen, und schon gar keinem Rapper. Er hat gemeinsam mit Bonez MC den Klang von Deutschrap völlig umgekrempelt. Mittlerweile ist er Headliner auf den größten deutschen Festivals, er fährt Lamborghini und schnelle Roller, fliegt dabei gleichzeitig weiter Economy Class. Raf Camora ist ein untypischer Rapper, der das Scheinwerferlicht nicht zu suchen scheint. Früh produziert er Beats in Wien, später in Berlin für andere Rapper, er gründet sein eigenes Label und eine Management-Agentur.

 

Vor allem aber prägt er Deutschrap in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre wie kein Zweiter. Zuerst übersetzt er Dancehall, Reggae und Afrotrap in einen geschmeidigen deutschen Reimflow und wird damit für all jene Leute ein Vorbild, die mit komplizierten Biografien irgendwo in einem Außenbezirk von einem besseren Leben träumen, während sie in den sozialen Medien «auf Mörder machen». Damit dominiert er schließlich die Charts so sehr, dass die Regeln so umgeschrieben werden müssen, dass nicht ein Künstler alle anderen verdrängt. Später leiht er sich bekannte Melodien aus europäischen Dance-Hits der 1990er Jahre und schafft einmal mehr eine neue Sound-Blaupause.

 

Raphael Ragucci – der Opa kommt aus Italien – wird 1984 in der Schweiz geboren. Anfangs rappt er auf französisch und beobachtet aufmerksam die Trends am französischen Markt. In Wien lebt er 17 Jahre lang, wo er unermüdlich Material produziert. Aus Mangel an Perspektiven wandert er schließlich nach Berlin aus, wo er – unbemerkt von österreichischen Medien – bereits beachtliche Erfolge feiert. Mit «Palmen aus Plastik» erscheint dann 2016 eines der epochalesten Alben in der Geschichte von deutschem Rap.

 
 

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Donaueschinger Musiktage mit internationalen Gästen (2) – Internationale Spitzenensemble

10.01.2023Zeit-TonÖ1Nina Polaschegg —   –  Details

Ensemble Kwadrofonik

Es war für die Donaueschinger Musiktage das Jahr eins nach der Jubiläumsausgabe zum 100. Geburtstag: Im Oktober 2022 standen die vielfältigen internationalen Ensemblelandschaften der zeitgenössischen Musik in den Fokus: mit dem Ensemble Ascolta, den Neuen Vocalsolisten und dem Ensemble Modern präsentierte das 1921 gegründete Festival Formationen aus Stuttgart und Frankfurt. Die Ensembles Kwadrofonik aus Polen und Talea aus New York gaben ihr Festivaldebüt.

 
 

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Lylit – Stimmgewaltige Singer-Soulwriterin / Lexikon der österreichischen Popmusik (1)

09.01.2023RadiokollegÖ1Astrid Schwarz —   –  Details

Lylit

In dieser Ausgabe werden Leben und Werk von Lylit, Ronnie Urini, Raf Camora und Musyl & Joseppa dokumentiert. Unter oe1.orf.at/lexika ist das Poplexikon mit mehr als 100 Einträgen zu finden, von A wie Ambros bis Y wie Yung Hurn. — Als stimmgewaltige Sängerin mit Soultimbre hat sich die gebürtige Salzburgerin einen Namen gemacht. 2019 veröffentlichte Eva Klampfer mit ihrem Projekt Lylit das erste Album unter eigenem Namen nach einer langen Pause. Nach Abschluss ihres Jazzgesangs- und Klavierstudiums in Linz war sie in New York Motowns ehemaligem CEO Kedar Massenburg aufgefallen, der sie gleich unter Vertrag nahm. Es folgten EPs, iTunes Single Of The Week in den USA und zahlreiche Tourneen durch Europa. Ein Traum schien wahr zu werden. Als Massenburg in Konkurs ging, waren Lylit jahrelang eigene Veröffentlichungen verboten. Zurück in Österreich fing Eva Klampfer neu an und kollaborierte mit verschiedenen Künstlern wie Parov Stelar, Christoph Pepe Auer, Blumentopf, FivaMc, SK Invitational, und schrieb für Conchitas Alter Ego Wurst das Debütalbum «T.O.M. Truth Over Magnitude». Nach ihrer im Frühjahr 2019 veröffentlichten EP «Aurora» ging Lylit solo mit Klavierbegleitung durch die Lande auf Tour. Ein Befreiungsschlag, der sich auch in den Texten ihrer Nummern widerspiegelt. Gemeinsam mit Andreas Lettner, selbst Musiker, Produzent und die zweite Hälfte des Projekts Lylit, schrieb sie das Album «Inward Outward» in der Abgeschiedenheit der Toskana, das im Herbst 2019 erschienen ist.

 
 

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Otto-Lechner-Personale in Wien

09.01.2023On StageÖ1Jörg Duit —   –  Details

Otto Lechner

Akkordeonist Otto Lechner im November 2022 im Wiener RadioKulturhaus — Sehr unterschiedliche Facetten seines musikalischen Horizonts präsentierte Akkordeonist Otto Lechner im Rahmen der zweitägigen Personale am 5. und 7. November 2022 im Großen Sendesaal des Wiener RadioKulturhauses. — Am ersten Abend ließ Otto Lechner im Programm «Fifty Broken Promises» die Grenzen zwischen Kammermusik, Jazz und Improvisation verschmelzen, er wob mit seinen langjährigen Weggefährt:innen Karl Ritter (Gitarre), Max Nagl (Saxofon), Melissa Coleman (Cello), Georg Graf (Saxofone, Bassklarinette) und Anton Burger (Violine) berückende klingende Geschichtenteppiche, einmal verhalten und introspektiv, dann wieder rhythmisch akzentuiert. — Zwei Tage später stand Lechner – vor ausverkauftem Auditorium – mit Sänger Kadero Ray, Ludwig Lusser, dem Dom-Organisten von St. Pölten, sowie Instrumentenbauer und Obertonsänger Hans Tschiritsch auf der Bühne und musizierte in wechselnden Konstellationen, während Anne Bennent Predigten von Meister Eckhart (1260-1328) und einen Text von Giordano Bruno (1548-1600) rezitierte. Auch Orgelmusik von Johann Sebastian Bach war zu hören, der experimentierfreudige Abend war indessen John Cage gewidmet.

 
 

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Adrian Goiginger – Filmemacher — Eigentlich wollte ich Abenteurer werden – AG über das Phänomen ‹Familie›

08.01.2023GedankenÖ1Ursula Burkert, Christina Höfferer, Edgar Schütz —   –  Details

Adrian Goiginger

»Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin war. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch Kostüme wechseln, wie er will.» Dieses Zitat von Heimito von Doderer steht wie ein Motto über den Film-Arbeiten von Adrian Goiginger. Denn die Auseinandersetzung mit seiner Herkunft und den Familien-Geschichten ist Adrian Goiginger offensichtlich sehr wichtig. — Schon 2017 beschäftigte sich der Filmemacher – Jahrgang 1991 – auf eindrucksvolle Weise mit der Geschichte seiner Mutter und seiner schwierigen Kindheit. Seine Mutter war drogenabhängig, kümmerte sich aber – soweit möglich – fürsorglich um ihren Sohn. Der Film «Die beste aller Welten» erzählt die Geschichte einer Frau zwischen ihrer Sucht und unendlichen Liebe zu ihrem Sohn. Für dieses Regiedebüt wurde Adrian Goiginger mehrfach ausgezeichnet. — Als «Regie-Shootingstar» wird der 31jährige seither gehandelt, verfilmte das Stück «Märzengrund» von Felix Mitterer und drehte im Spätherbst 2022 «Rickerl», die Geschichte eines erfolglosen Musikers mit Voodoo Jürgens in der Titelrolle. In seinem bereits fertig geschnittenen Film «Der Fuchs», der beim Tallinn Black Nights Film Festival seine Premiere feierte und am 13. Jänner in die heimischen Kinos kommt, wendet er sich der Geschichte seines Urgroßvaters Franz Streitberger zu. Dieser diente im Zweiten Weltkrieg als Motoradkurier. «Mein Urgroßvater wurde 100 Jahre alt und bis zu seinem Tod im Jahr 2016 erzählte er mir die tragischen und hoffnungsvollen Episoden aus seinem Leben. Am meisten berührt hat mich die Freundschaft mit einem Fuchs, den er 1940 ein ganzes Jahr lang, während des Krieges, bei sich hatte und versorgte. Diese Geschichte ist so unglaublich, dass ich mir es als Teenager schon zum Ziel setzte, sie zu verfilmen.» «Der Fuchs» ist die Geschichte eines introvertierten Außenseiters mit schwerer Kindheit, der seinem Vater diese nicht verzeihen kann. — In den Gedanken wird Adrian Goiginer über prägende Erlebnisse, familiäre Bande, die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Geborgenheit sprechen, sowie über das Bewältigen von Schicksalsschlägen mit Hilfe der Kunst und über Nostalgie.

 
 

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Ein multiinstrumentaler ‹Rising Star› – Gregor Storf

08.01.2023RadiosessionÖ1Klaus Wienerroither —   –  Details

Gregor Storf

Das Gregor Storf Quartett im Studio 2 des Wiener Funkhauses — Der Schlagzeuger Joris Dudli und der italienische Bassist Rosario Bonaccorso zählen seit Jahrzehnten zur «Crème de la Crème» der europäischen Jazzszene. Beide haben u. a. mit Größen wie Benny Golson, Cedar Walton, Clifford Jordan und Joe Henderson gearbeitet. Und sie haben sich über die Jahre auch als Förderer junger Talente erwiesen. — Heute präsentieren sie den 25-jährigen Jazzsaxofonisten Gregor Storf als Leader eines Quartetts, dem auch der ungarische Pianist Mátyás Bartha angehört. Der in Vorarlberg geborene, in Linz und Wien ausgebildete Storf ist übrigens ebenso ein versierter Schlagzeuger und Pianist. Der Vierer widmet sich Kompositionen aus der Feder von Bonaccorso und Dudli. Das Motto lautet: «It don›t mean a thing if it ain›t got that swing.»

 
 

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5 Millionen Pesos – /kry

07.01.2023JazznachtÖ1Xavier Plus —   –  Details

kry

Das Ö1 Jazznacht-Konzert: 5 Millionen Pesos: /kry, Wien 2022

Xavier Plus präsentiert die Ö1-Konzertaufnahme von /kry vom 9. Dezember 2022 im Wiener KlangTheater, aufgenommen in der Reihe «5 Millionen Pesos».

 

Mit Mona Matbou Riahi (Klarinette), Philipp Kienberger (Bass) und Alexander Yannilos (Schlagzeug).

Das Ö1 Jazznacht-Gespräch mit: Mona Matbou Riahi, Alexander Yannilos

Das Ende 2019 gegründete Trio /kry besteht aus drei vielbeschäftigten jungen Repräsentant:innen der Wiener Improvisationsmusikszene, die in dieser Konstellation 2022 ihr selbstbetiteltes CD-Debüt vorgelegt haben. Musikalisch schlagen Mona Matbou Riahi (Klarinette), Philipp Kienberger (Bass) und Alexander Yannilos (Schlagzeug) einen eigenwilligen Bogen von klassisch inspirierter Kammermusik zu Free-Rock und Elektronik.

 

Obwohl schlank besetzt, ist das Ensemble zu großer Energieentwicklung fähig. Dann wirkt der mittels Effekten verzerrte Klarinettensound wie jener einer E-Gitarre, und er verschmilzt mit Bass und Schlagzeug zu einem ungewöhnlichen skulpturalen Ganzen. Im Ö1 Jazznachtstudio erzählen Mona Matbou Riahi und Alexander Yannilos über ihre inspirierende Zusammenarbeit und präsentieren Musik des Debütalbums sowie ausgewählte Lieblingsstücke.

 

 
 

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Gal Costa, Muse der Música Popular Brasileira – Freigeist der Tropicália-Bewegun

06.01.2023SpielräumeÖ1Johann Kneihs —   –  Details

Gal Costa,

Freigeist der Tropicália-Bewegung: In memoriam Gal Costa (1945 — Gal Costa war die Diva der musikalischen Revolution im Brasilien der 1960er und 1970er Jahre. Bis zu ihrem unerwarteten Tod am 9. November 2022 blieb sie eine respektierte und verehrte Stimme ihrer Generation. — Geboren in Salvador de Bahia, debütiert Gal Costa 1964 mit 18 Jahren in ihrer Heimatstadt bei einem Konzert mit dem programmatischen Titel «Nós, por exemplo …» («Wir, zum Beispiel …»). Es vereint prägende kreative Köpfe der kommenden Jahre: die Geschwister Caetano Veloso und Maria Bethânia, Gilberto Gil und Gal Costa – diese vier werden immer wieder in unterschiedlichen Kombinationen zusammenfinden und unter anderem das All-Star-Quartett Doces Bárbaros bilden. — Gal Costa verkörpert den freien Geist der Tropicália-Bewegung, im Widerstand gegen die Einschränkungen durch die Militärdiktatur – auch optisch, im Hippie-Look oder freizügig gekleidet: Das Cover ihres Albums «Índia» wird 1973 zensiert. Im Kontrast zu tumultuösen (und mitunter lasziven) Auftritten schwebt ihre Stimme engelsgleich über der experimentellen Psychedelic-Rock-Samba-Fusion der Anfangszeit, ebenso wie später über gediegeneren Fassungen ihrer Song-Klassiker. — In unterschiedlichen Stilen, Settings und Arrangements sang Gal Costa bis zu ihrem Tod mit derselben souveränen Gelassenheit: bei Auftritten etwa mit Antônio Carlos Jobim (den sie verehrte) wie auch noch auf ihrem letzten Album «Nenhuma Dor» (2021), auf dem sie mit Duo-Partnern verschiedener Generationen einige der bekannten Lieder ihres Repertoires reinterpretierte.

 
 

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Richard Tauber im Londoner Exil – Der König des Belcanto (4)

05.01.2023RadiokollegÖ1Günter Kaindlstorfer —   –  Details

Richard Tauber

Richard Tauber, der wohl berühmteste Tenor seiner Zeit, war ein ganz und gar unpolitischer Mensch. Dass er bei den Nationalsozialisten seiner «halbjüdischen Herkunft» wegen Persona non grata war, konnte der umjubelte Künstler lange Zeit nicht verstehen. Nach dem «Anschluss» Österreichs ans Dritte Reich nützte Tauber eine Europatournee, um nach Großbritannien ins Exil zu gehen. Die NS-Presse in Deutschland denunzierte den Sänger unterdessen als «Judentenor», als einen, der mit «jüdischem Kantorenschmalz» Geld machte. — Während des «Zweiten Weltkriegs» blieb Richard Tauber – der «Mann mit dem Monokel», wie ihn die Londoner Zeitungen nannten – in Großbritannien. Er wirkte als Sänger, aber auch als Dirigent, etwas des «London Philharmonic Orchestra»; Tauber trat aber auch in verschiedenen englischen Städten im Rahmen von Truppenbetreuungskonzerten auf. 1940 wurde ihm die britische Staatsbürgerschaft verliehen.

 

Der Sänger starb 1948 in London – mit nur 56 Jahren – an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung.

 
 

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