Alle Artikel in der Kategorie “Aus den Archiven

Aus den Archiven ist ein Sendungsformat von Deutschlandradio Kultur

«Ich bedaure und bereue nichts» – die Schlussrede des verurteilten russischen Menschenrechtlers Oleg Orlow vor Gericht in Moskau

06.03.2024NewsNZZOleg Orlow —   –  Details

Oleg Orlow

Ein russisches Gericht hat Oleg Orlow zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wegen «Diskreditierung» der Streitkräfte. Die fragwürdige Anklage beruht auf einem Artikel, in dem Orlow konstatiert hatte, dass Russland im Faschismus versinke. — — Dieser Gerichtsprozess ist an jenem Tag eröffnet worden, an dem die schreckliche Nachricht vom Tod Alexei Nawalnys Russland und die gesamte Welt erschütterte. Auch mich hat sie erschüttert. Ich habe sogar erwogen, auf dieses letzte Wort zu verzichten. Wir sind alle noch im Schock, wem ist denn heute nach Worten? Doch dann dachte ich: Dies sind alles Glieder der gleichen Kette. Alexeis Tod, genauer: seine Ermordung, die strafrechtliche Verfolgung anderer Regimekritiker, unter ihnen ich selbst, die Erstickung der Freiheit in diesem Land, die Invasion russländischer Truppen in die Ukraine. Daher habe ich mich doch entschlossen. — — «Wir werden der Diskreditierung beschuldigt, ohne dass erklärt wird, was das bedeutet und wie diese sich von erlaubter Kritik unterscheidet»: Oleg Orlow während des Moskauer Gerichtsprozesses.

 
 

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Rap, Noise und Soul. Eine Soundreise über drei Kontinente

05.03.2024NachtmixBayern 2Matthias Röckl —   –  Details

Himanshu Suri

Der New Yorker Heems alias Himanshu Suri – ehemaliger Rapper bei Das Racist – meldet sich mit einem neuen Album zurück. Auf «Lafandar» stehen seine indischen Wurzeln und sein unverkennbarer Humor im Mittelpunkt. Indische Musikeinflüsse tauchen bei Glass Beams aus Australien auf, die mit ihrem weltoffenen Instrumental-Grooves nicht nur Fans von Khruangbin glücklich machen. Ebenfalls auf der Playlist sind die äußerst fein produzierten Stücke von Leon Michels aus New York. Der New Yorker haucht für Liam Bailey›s Musik den Rock-Sound der Hippie-Ära und den Groove von Reggae ein.

 
 

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Sonic Spaces von Anke Eckardt

05.03.2024Sound Art: Zeit-TonÖ1Susanna Niedermayr —   –  Details

Anke Eckardt

“Between|you|and|me” – im Rahmen des ORF Festivals musikprotoll im steirischen herbst 2012 baute Anke Eckardt eine Wand aus Klang und Licht, durch die das Publikum hindurchschreiten konnte, eine intensive Erfahrung, die noch immer hell in Erinnerung ist. Nun ist die Künstlerin nach Graz zurückgekehrt, als neue Professorin für Bildende Kunst an der KUG. Anke Eckardt ist ausgebildete Tontechnikerin und studierte Sound Studies an der Universität der Künste Berlin bei Sam Auinger, Holger Schulze und Sabine Sanio, wo sie 2010 ihren Master of Arts erhielt. Seit 2017 gibt sie nun selbst ihr Wissen an Studierende weiter. Unter anderem war sie Gastprofessorin für Sound an der Kunsthochschule für Medien in Köln und hatte weiters eine Vertretungsprofessur für Klangkunst an der Hochschule für Musik Mainz inne. In ihren raumgreifenden Installationen und Skulpturen beschäftigt sich die Künstlerin mit der Konstruktion von konzeptionellen, physischen, imaginären, gesellschaftlichen und politischen Räumen. In ihrer Doktorarbeit, die soeben am Entstehen ist, geht Eckardt der Frage nach, welche fundamentalen Verschiebungen im Bereich der audiovisuellen digitalen Kunst durch die Förderinstrumente und damit auch Interessen der Firma Google zu beobachten sind.

 
 

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Der Mathematiker Benoit Mandelbrot und die Fraktale

05.03.2024DimensionenÖ1Aeneas Rooch —   –  Details

Benoit Mandelbrot

Brokkoli, Küstenlinien, Sternhaufen: Sie alle lassen sich als “Fraktale” beschreiben. Diese faszinierenden selbstähnliche Formen, die im Kleinen so aussehen wie im Großen, zählen zum Schönsten, was die Mathematik zu bieten hat. Fraktale sind mathematisch leicht zu erzeugen aber unendlich filigran. Berühmt wurden sie durch Benoît Mandelbrot und seine “Mandelbrot-Menge” – oft “Apfelmännchen” genannt. Der 1924 in Warschau geborene französisch-US-amerikanischer Mathematiker sah sich als Einzelgänger und forschte einen Großteil seines Lebens in der IT-Industrie. (Übernahme SWR 2: 17.03.2020)

 
 

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Antoine Predock, Architekt, der den Südwesten kanalisierte, stirbt im Alter von 87 Jahren

05.03.2024NewsThe New York TimesClay Risen —   –  Details

Antoine Predock,

Seine markanten, gefeierten Bauwerke erinnerten an die Wüste. Bei Großprojekten anderswo auf der Welt übernahm er jedoch das gleiche Prinzip: die Verbindung von Gebäuden mit ihrer Umgebung. — Antoine Predock, ein in Albuquerque ansässiger Architekt, der für seine Gebäude bekannt wurde, die mit der Landschaft des amerikanischen Südwestens in Einklang standen und ihm internationale Anerkennung und prestigeträchtige Aufträge bis hin zu Kanada, Costa Rica und Katar einbrachten, starb am Samstag in seinem Haus in Albuquerque. Er war 87. Laut seiner Frau Constance DeJong, einer Bildhauerin, war die Ursache idiopathische Lungenfibrose, eine Lungenerkrankung. Die frühen Gebäude von Herrn Predock waren Erweiterungen der Wüste. In seiner Monographie „Antoine Predock: Architect“ aus dem Jahr 1994 schrieb er über die Versuchung, angesichts einer riesigen, abweisenden Landschaft etwas Vertrautes zu bauen, wie eine Bank mit einer klassischen Fassade. „Eine andere Option, die ich gewählt habe, besteht darin, Gebäude zu errichten, die eine analoge Landschaft suggerieren“, schrieb er. Seine späteren Gebäude, einige weit entfernt von Albuquerque, verwendeten Materialien und Oberflächen, die ihrem Standort entsprachen. Aber sie behielten den geologischen, fast ursprünglichen Look bei, der die besten Arbeiten von Herrn Predock auszeichnete. Diese Projekte reichten vom Baseballstadion der San Diego Padres über das Canadian Museum of Human Rights in Winnipeg, Manitoba, bis zum Flint RiverQuarium in Albany, Georgia. Victoria Young, eine Architekturhistorikerin, schrieb in der Encyclopedia of 20th Century Architecture, dass Herr Predock (ausgesprochen PREE-dock) „der Architektur eine mysteriöse Verbindung mit Ort und menschlichem Gefühl zurückgibt, von der viele glauben, dass sie durch das Leben im 20. Jahrhundert untergraben wurde.“ — Antoine Predock erhielt 2007 eine Auszeichnung für sein Lebenswerk im Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum in New Yor

 
 

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Wie kann das Kino noch vom Holocaust erzählen? So wie in «The Zone of Interest», sagen alle

05.03.2024NewsNZZAndreas Scheiner —   –  Details

Sandra Hüller

Holocaust im Film ist kompliziert. Das klassische KZ-Kino ist durchgespielt, Jonathan Glazer versucht es nun mit einer steilen Antithese zu «Schindler’s List». — Ein KZ als Nachbar: Sandra Hüller spielt die «Königin von Auschwitz». — In «Schindler’s List» gibt es diese Szene, in der jüdische Frauen im KZ in den Duschraum getrieben werden. Die Tonspur bereitet auf das Schlimmste vor: Die Streichinstrumente sind dramatisch zum Crescendo angeschwollen, dann bricht die Basslinie ab. Die Frauen fangen an zu schreien, panisch die Blicke nach oben zu den Duschköpfen: Kommt Gas, oder kommt Wasser?

 
 

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Wer verzweifle, solle das Schreiben lassen, fand Edward Bond. Der Dramatiker ist 89-jährig verstorben

05.03.2024NewsNZZAndreas Scheiner —   –  Details

Edward Bond

Anpassung war nicht seine Sache, und England strafte ihn dafür: Die Zeit, da Edward Bond die Londoner Bühnen offenstanden, liegt einige Jahrzehnte zurück. Dennoch behauptete er sich als prägende Gestalt der britischen Theaterszene. — Edward Bond gehörte zu den wichtigsten Dramatikern der englischen Gegenwartsliteratur. Er war auch einer der kompromisslosesten und scheute keinen Theater-Schock. Der Inhalt seiner Stücke war unbequem, oft erschreckend. «Ich glaube, dass das Drama Dinge zum Extrem treiben muss, damit wir verstehen, was wir in unserer Gesellschaft tun», fand er. — Edward Bond war nicht nur einer der bedeutendsten Bühnendichter seines Landes, er war auch einer der schwierigsten. Aufnahme 1977.

 
 

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Ein deutscher Teufel besucht Moskau / Der Meister und Margarita

05.03.2024NewsFAZ onlineKerstin Holm —   –  Details

Meister und Margarita

Das Gute wird ausgemerzt: Die Neuverfilmung von Michail Bulgakows Roman «Der Meister und Margarita» elektrisiert das russische Publikum. Die Teufeleien im Moskau der Stalinzeit erscheinen wie ein Spiegel der Gegenwart. — Es muss mit der Wirkung schwarzer Magie zu tun haben, dass die vor der russischen Großinvasion in die Ukraine fertiggestellte Verfilmung von Michail Bulgakows Kultroman «Der Meister und Margarita» so zeitversetzt in Russland anlief, dass er dort als aktuelle Zeitsatire erscheint. Daher rechneten die ersten Zuschauer im Januar mit dem baldigen Verbot des Films. Das zweieinhalbstündige Kinodrama über Teufeleien im Moskau der Dreißigerjahre war 2021 mit einem Budget von zwölf Millionen Euro koproduziert worden vom russischen Filmfonds und von Universal Pictures, die sich 2022 zurückzogen. — Konzipiert und mit internationalen Stars gedreht hatte es in Moskau und Sankt Petersburg der amerikanisch-russische Regisseur Michael Lock shin, der sich dann als entschiedener Kriegsgegner positionierte. Kremltreue Propagandisten verlangten daher, Lock shin zum «Terroristen» zu erklären. Da das Werk – wie Bulgakows Vorlage – Repression, Zensur, Verrat und Feigheit im Stalinismus anprangert, den der Putin-Staat rehabilitiert hat und nachahmt, schmähte es der Talkshow-Einpeitscher Wladimir Solowjow als «antisowjetisch» und «antimodern».

 
 

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Joseph Roth trank sich in Paris zu Tode und blieb Optimist bis zuletzt

05.03.2024NewsNZZBernd Noack —   –  Details

Joseph Roth

Der Schriftsteller des Habsburgerreichs fand in Frankreich eine Zuflucht. Zu retten war er nicht mehr. Davon handeln zwei neue Romane, die seine letzten Jahre erzählen und erfinden. — Joseph Roth (rechts) trifft 1936 im belgischen Ostende mit dem ebenfalls exilierten Schriftsteller Stefan Zweig zusammen. Zwei Jahre später sollte Roth den Freund für dessen Pessimismus beschimpfen. — Am Ende war Joseph Roth nur noch ein Wrack. In einem Anflug von sarkastisch-morbidem Stolz schrieb er unter eine Zeichnung: «Das bin ich wirklich, böse, besoffen, aber gescheit.» Er sah nicht aus wie ein «heiliger Trinker», wie seine letzte Erzählung hiess, sondern ganz erbärmlich wie ein kranker Mann, aufgedunsen, mit rot unterlaufenen Augen, er zitterte.

 
 

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«Ich entwerfe grosse Gebäude in einfacher Art»: Der The-Circle-Architekt Riken Yamamoto gewinnt den Pritzker-Preis

05.03.2024NewsNZZUlf Meyer —   –  Details

Riken Yamamoto

Der 78-jährige Japaner wird mit der renommiertesten Auszeichnung für Architekten geehrt. — Der japanische Architekt Riken Yamamoto wird mit dem Pritzker-Preis geehrt. — Die Wörter «Gasse» und «Oberdorf» gehen ihm leicht von den Lippen: Der japanische Architekt Riken Yamamoto hat sich mit der Stadtgestalt Zürichs intensiv auseinandergesetzt in Vorbereitung auf den Geschäfte- und Hotelkomplex The Circle, seinem Opus magnum am Flughafen Zürich. Nun wird er mit dem Pritzker-Preis prämiert.

 
 

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Ex-Fußballprofi – Hitzlsperger: ‹Der Ball hat mich immer fasziniert›

05.03.2024Im GesprächDeutschlandfunk KulturKatrin Heise —   –  Details

Thomas Hitzlsperger

Mit 18 Jahren ging Thomas Hitzlsperger von Bayern München nach Birmingham, wo er fünf Jahre für Aston Villa spielte und seine Liebe zu England entwickelte. 2014 stand er als einer der ersten männlichen Profi-Fußballer offen zu seiner Homosexualität.

 
 

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