Alle Artikel in der Kategorie “Aus den Archiven

Aus den Archiven ist ein Sendungsformat von Deutschlandradio Kultur

Judith Rakers, Journalistin und Fernsehmoderatorin, Autorin & Farmerin

10.03.2024Hörbar RustradioeinsBettina Rust —   –  Details

Judith Rakers

Vielleicht lebt unser heutiger Gast in der besten aller Welten, in einem selbstgewählten Spagat nämlich. Mit einem Bein steht sie im ruckeligen Medien-Business, vor der Kamera, sichtbar also, mit sehr hohem Bekanntheitsgrad. Das andere Bein aber steht fest und sicher irgendwo im Matsch oder auf einer Wiese, im Hintergrund gackert und schnattert es. Die Fernsehmoderatorin und Spiegelbestseller-Autorin Judith Rakers, Sie werden es bestimmt schon mitbekommen haben, krempelte ihr Leben vor ein paar Jahren gründlich um, kaufte sich ein Stückchen Land mit einem alten Häuschen irgendwo in der Pampa vor den Toren Hamburgs, abgeschnitten von jedweder Zivilisation und machte sich ans Werk. Dass dies mehr sein würde als eine Aussteigerphantasie, war für die 1976 geborene ehemalige Tagesschausprecherin schnell klar, denn Chaos hin oder her – alles daran fühlte sich richtig und sehr, sehr gut an. Das tut es bis heute, inzwischen allerdings grünt und blüht und summt und brummt es auf ihrer kleinen Farm, wie sich auf Instagram, in ihrem Podcast und in mehreren Büchern sehr schön verfolgen lässt.

 
 

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Zur Gegenwart des Denkmals

09.03.2024DiagonalÖ1Petra Erdmann —   –  Details

Tunnel Szene

Denkmal Now! Künstlerische Kommentare, neue Kontextualisierungen, aber auch unsichtbare Denkmäler sorgen gegenwärtig für eine mobile und flexible Erinnerungskultur oder wie Robert Musil 1927 schon formulierte: «Mit einem Wort, auch Denkmäler sollten sich heute, wie wir es alle tun müssen, etwas mehr anstrengen! Ruhig am Wege stehen und sich Blicke schenken lassen, kann jeder; wir dürfen heute von einem Monument mehr verlangen.»

Was wollen wir in Zukunft erinnern? Das Denkmal sagt mehr über seine Gegenwart als die Vergangenheit aus. Es ist ein sichtbares Zeichen von kulturellem Wandel und Veränderung. Im öffentlichen Raum sind Denkmäler feierliche Gedenkorte. Sie sind heftig umstritten, werden neu ausgelegt oder auch schon mal gestürzt. In Bristol brachten 2020 «Black Lives Matter»- Aktivist:innen nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd die Statue des ehemaligen Sklavenhändlers Edward Colston zu Fall. Das Denkmal des ehemaligen Wiener Bürgermeisters und Antisemiten Karl Lueger soll nach jahrelangen Diskussionen und mehreren Wettbewerben bald in eine künstlerische Schieflage gebracht werden. Der ewige Symbolgehalt von Denkmälern wackelt. «In den Hintergrund gerückte historische Denkmäler sind plötzlich ins Feld der Sichtbarkeit zurückgekehrt und offenbaren nun ihren prekären Status durch neue gesellschaftliche Debatten über die Vergangenheit, die sie glorifizieren», sagt die Erinnerungskultur-Expertin Aleida Assmann im Diagonal-Gespräch. Denkmal Now! Künstlerische Kommentare, Rekontextualisierungen, aber auch unsichtbare Denkmäler sorgen für mobile und flexible Erinnerungskultur oder wie Robert Musil 1927 formulierte: «Mit einem Wort, auch Denkmäler sollten sich heute, wie wir es alle tun müssen, etwas mehr anstrengen! Ruhig am Wege stehen und sich Blicke schenken lassen, kann jeder; wir dürfen heute von einem Monument mehr verlangen.»

 
 

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Guten Morgen, du Schöne — Eine Lange Nacht über Irmtraud Morgner, Maxie Wander und Brigitte Reimann

09.03.2024Lange NachtDeutschlandfunkCarola Wiemers – Rita Höhne —   –  

Brigitte Reimann

Die Schriftstellerinnen Brigitte Reimann, Irmtraud Morgner und Maxie Wander bilden ein einzigartiges Dreigestirn in der deutschsprachigen Literatur. In ihren Romanen, Erzählungen, Briefen und Tagebüchern sprechen sie offen über Ängste und Sehnsüchte, unerfüllte Träume und Visionen. Doch ihr Schreiben ist nicht privat. In ihren Texten spiegelt sich die Zeitgeschichte, werden menschheitsgeschichtliche Themen verhandelt. Während Brigitte Reimann und Irmtraud Morgner mit Romanen wie „Franziska Linkerhand“ und „Amanda“ moderne epische Formen ausprobieren, schafft Maxie Wander mit ihren Tonband-Protokollen „Guten Morgen, du Schöne“ eine neue Form des Dokumentarischen. Brigitte Reimann stammte aus Burg bei Magdeburg und Irmtraud Morgner aus dem sächsischen Chemnitz, während die in Wien geborene Maxie Wander 1958 in die DDR kam. Die drei Autorinnen verbindet darüber hinaus das gleiche Schicksal: sie starben alle an einer Krebserkrankung. Brigitte Reimann wurde gerade einmal 39 Jahre alt, Irmtraud Morgner starb 56-jährig und Maxie Wander im Alter von nur 44 Jahren. Mit ihrem offensiv und mutig geführten Kampf gegen die Krankheit brachen sie auch ein gesellschaftliches Tabu. In einer „Langen Nacht” soll ihrem Leben und Werk jeweils eine Stunde gewidmet werden. Es ging Reimann, Morgner und Wander stets darum, Verstand und Sinne für Utopien und Träume zu schärfen, für Kreativität, Glück und Schönheit. Angesichts untergehender Gesellschaftsutopien setzten sie auf „Privat“-Utopien (I. Morgner), widerständig und unbequem.

 
 

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Die Durchquerung der Tiefe in dreizehn dunklen Kapiteln

09.03.2024HörspielDeutschlandfunkRor Wolf —   –  Details

Tiefsinns-Forscher

Collage-Virtuose Ror Wolf gerät als unfreiwilliger Tiefsinns-Forscher in eine merkwürdige Unterwelt. — Wenn sich ein Collage-Virtuose wie Ror Wolf auf die Reise durchs Material begibt, so ist weniger Verlass auf tiefsinnige psychologische Bedeutungen als auf sinnliche Eindrücke und freischwingende Rhythmen des Erzählens. «Eine Radio-Reise» hat er sein neues Hörspiel betitelt, dessen unerschrockener Protagonist Doktor Collunder dem Tiefsinn eher mit dem Tastsinn begegnet, als er – eines Abends aus seiner Wohnung hinaus auf die Straße tretend – unaufhaltsam in die Tiefe stürzt und, unten angekommen, auf andere stößt, denen es ähnlich gegangen ist. Was der unfreiwillige Tiefsinns-Forscher in dieser merkwürdigen Unterwelt erlebt, steht der Phantastik eines Jules Verne in nichts nach. Denn auf dem Grund der Dinge ist alles im unablässigen Wandel. Und nicht allen dort unten, unter denen sich alte Bekannte aus Ror Wolfs Büchern finden, geht es dabei wie dem einsamen Forscher Lemm: Kultur, wie wir sie auf der Welt zu ertragen haben, gibt es hier unten so gut wie nicht. Auch keine Natur … Der Mangel an Licht hat eine Besiedlung unmöglich gemacht. In einer solchen Umgebung kann man es aushalten.

 
 

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Christina Clemm: Frauenhass wird bagatellisiert

09.03.2024ZeitgenossenSWR2N.N. —   –  Details

Christina Clemm

«Gegen Frauenhass» heißt das aktuelle Buch der Strafverteidigerin Christina Clemm. Der Titel ist Programm. — Schon in «AktenEinsicht» erzählt sie Geschichten von Frauen, die körperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren: in der Familie, bei der Arbeit, beim Arzt oder auf offener Straße. Ein alltägliches Phänomen: Jeden dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau, weil sie von ihrem (Ex-) Partner umgebracht wird. — Zentral ist für Christina Clemm die Frage: Wie können Frauen Selbstachtung und Selbstbestimmung wiedererlangen? Studiert hat sie in Freiburg und Berlin, wo sie heute lebt.

 
 

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Zum 100. Geburtstag von Sängerin Sarah Vaughan

09.03.2024Zum 100. Geburtstag von Sängerin Sarah Vaughan Ö1Gerhard Graml —   –  Details

Sarah Vaughan

Gespräch II: Carol Alston und Ines Reiger — Die 1990 verstorbene Musikerin Sarah Vaughan gilt auch heute noch als eine der bedeutendsten Interpretinnen eines Songrepertoires quer durch alle Genres der Unterhaltungsmusik, von Pop über Jazz bis zu Chansons. Ihre bemerkenswerte Stimme, deren Umfang mit drei Oktaven vom Alt- bis in den höchsten Sopranbereich reichte, setzte sie wie ein Melodieinstrument ein, mit furchtloser Intensität und einer atemberaubenden Flexibilität modellierte sie, beeinflusst von Gospel und Bebop, ihre anmutigen Gesangslinien. Eine illustre Runde aus Interviewgästen, darunter die Sängerinnen Ines Reiger und Carole Alston, kommentieren das Werk von Sarah Vaughan. Konzert: Sarah Vaughan, Helsinki 1967 + Wien 1973 Als Live-Mitschnitt gibt es ein Konzert von Sarah Vaughan aus dem Jahr 1967 mit dem Bob James Trio in Helsinki zu hören sowie ausgewählte Ausschnitte aus einem Gastspiel der Sängerin im Rahmen der Jazzgala 1973 in der Wiener Stadthalle, mit einem Programm, das von Bossa Nova über Songs der Beatles bis zu Klassikern des American Songbooks reicht.

 
 

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Vor 90 Jahren: Juri Gagarin geboren, Kosmonaut und der erste Mensch im Weltall

09.03.2024Kalenderblatt: ClipDeutschlandfunkDirk Lorenzen —   –  Details

Juri Gagarin

Juri Gagarin — Der erste Mensch im All — Der russische Kosmonaut Juri Gagarin war im April 1961 der erste Mensch, der ins Weltall flog. Mitten im Kalten Krieg war das für die Sowjetunion ein wichtiger Erfolg im Wettbewerb der Systeme. Am 9. März 2024 wäre Juri Gagarin 90 Jahre alt geworden. —

 
 

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Being a Story – Von der Kraft des Erzählens

09.03.2024KulturfeatureWDR 3Janko Hanushevsky —   –  Details

Siri Hustvedt

DLF 2023 — Welche Geschichten erzählen wir uns und warum? Beginnt unsere erste Geschichte bereits im Mutterleib? Die Essayistin Siri Hustvedt und der Historiker Philipp Blom denken über die Kraft und den Wandel von Narrativen nach. — Der Mensch ist die einzige Spezies, die sich Geschichten über sich selbst erzählt. Wir bestehen aus einer Fülle oft widersprüchlicher Geschichten, die uns prägen. Für den Historiker und Schriftsteller Philipp Blom sind sie mentale Landkarten, die wir brauchen, um uns zu orientieren in der, für unsere Sinne nicht zu bewältigenden Komplexität der Welt. Zugleich wandeln sich Narrative ständig. — Der Autor nimmt eine prägende Familiengeschichte zum Anlass, um zu untersuchen, wie sich Narrative im Laufe der Jahrzehnte ändern. Gemeinsam mit seinem Bruder reflektiert er über Kindheitserinnerungen und prägende Erzählungen von Flucht, Vertreibung und Exil seiner ukrainischen Familie. — Die Essayistin Siri Hustvedt ist überzeugt: Unser Bedürfnis nach Sinn hat biologische Wurzeln in der Beziehung zwischen Säugling und Mutter. Den Ursprung allen Erzählens verortet sie im Rhythmus unseres Körpers. —

 
 

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Der Alpen-Kollaps – Doku über Olympia 2026 in den Dolomiten

08.03.2024FeatureSWR2Georg Bayerle —   –  Details

Nessi Tausendschön

Die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 sollten nachhaltig werden, doch schon jetzt zeigt sich, dass ein Desaster für die Dolomiten droht. — Neue Kunstschneeanlagen werden aufgestellt und Straßen ausgebaut. In Cortina tobt die Debatte um den Neubau einer Bobbahn. Fünf Milliarden Euro könnten für die Olympischen Winterspiele 2026 investiert werden. — Ökologisch nachhaltige Großevents? — Es wäre nicht das erste Mal, dass Nachhaltigkeit versprochen, aber nicht eingehalten wird. Warnendes Beispiel sind die «Lost Places» der letzten Winterspiele in den italienischen Alpen in Turin und Sestriere 2006: Zahlreiche Sportstätten und Gebäude verfallen. Olympia 2026 wird zur Nagelprobe für den alpinen Tourismus insgesamt. — — Südtirol: Schatten auf dem Schnee — Das Weltnaturerbe Dolomiten ächzt schon jetzt unter den Massen an Besuchern. Naturschönheiten wie die Drei Zinnen oder der Pragser Wildsee müssen regelmäßig wegen Überfüllung geschlossen werden. — Der Klimawandel verschlimmert die Lage: Massive Felsstürze und Gletscherabbrüche haben die Alpen in die Schlagzeilen gebracht. Die Gletscherschmelze beschleunigt sich Jahr für Jahr. —

 
 

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