Alle Artikel in der Kategorie “Aus den Archiven

Aus den Archiven ist ein Sendungsformat von Deutschlandradio Kultur

Übermenschliche Kräfte / Zum 85. Geburtstag von Ileana Cotrubas

10.06.2024con passioneBR-KlassikDetails

Ileana Cotrubas

Gefallen ließ sie sich nichts: Wenn ein Regisseur sich ihrer Ansicht nach fern vom Stück in Abstrusitäten verspekulierte, dann stieg sie aus der Inszenierung aus oder trat sogar offen kritisierend vor den Vorhang. Ileana Cotrubas hatte nicht nur eine Stimme, sondern auch eine Meinung, die sie bisweilen recht streitbar vertrat. Zur Welt kam die Sopranistin 1939 an der rumänischen Schwarzmeerküste. Nach ihrem Debüt an der Bukarester Oper war es besonders der Sieg beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD 1966, der ihre Karriere wesentlich beförderte. Als Pamina, Susanna, Violetta, Mimi, Tatjana und Manon machte sie Weltkarriere – obwohl sie ihre Auftritte klug dosierte. Sie auf der Bühne zu erleben, war immer ein berührendes Ereignis. Der Stimmexperte Jens Malte Fischer pries ihre — eigenartige Mischung aus äußerster Verletzlichkeit und Zartheit auf der einen Seite und der Fähigkeit auf der anderen Seite, in Extremsituationen über sich hinauszuwachsen, übermenschliche Kräfte der Seele zu mobilisieren.» BR-KLASSIK gratuliert der rumänischen Sopranistin in — con passione» zum 85. Geburtstag!

 
 

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James M. Lawson Jr., ein Top-Stratege von Dr. King, ist im Alter von 95 Jahren gestorben

10.06.2024News: NachrufeThe New York TimesRobert D. McFadden —   –  Details

James M. Lawson Jr.

Nachdem er in Indien Gandhis Prinzipien des zivilen Ungehorsams studiert hatte, schloss er sich der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre an und wurde zu einem der Architekten dieses gewaltlosen Kampfes. — Reverend James M. Lawson Jr. 1997 in seinem Büro in der Holman United Methodist Church in Los Angeles, einer 2.700 Mitglieder zählenden Gemeinde, die 25 Jahre lang seine Basis als Pastor war.

 
 

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Susan Sontag / Sie schaut von oben

10.06.2024NewsZeit OnlineAntonia Baum —   –  Details

Susan Sontag

Susan Sontag war berühmt und gefürchtet für ihren Scharfsinn. Aber war sie auch eine Feministin?— Bei Susan Sontag war immer klar, dass sie ein Autor ist, keine Autorin. Das war auch mal mein Plan, aber ich verwarf ihn schnell wieder. Wenn ich mir Sontag ansehe, bin ich manchmal nicht sicher, ob das eine gute Idee war, doch dazu am Ende. Zunächst zu der großen Susan Sontag, dieser harten Denkerin, die meine beste Buchfreundin und ich (wir waren stolz darauf, viel zu rauchen, viel zu trinken; nicht zu schlafen, nicht zu essen, sondern zu lesen) für ihre boldness, ihre Kühnheit bewunderten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schien es ihr irgendwie gelungen zu sein, eine Abkürzung zu nehmen, sie hatte das ganze Drama mit dem Frausein übersprungen, war einfach daran vorbeigegangen, hatte nebenbei noch völlig geräuschlos ein Kind allein erzogen, es war alles kein Problem gewesen. Vielleicht war diese Autorenschaft ohne – Entschuldigung – — Gedöns» ein wichtiger Grund dafür, dass männliche Literatursachverständige damals, als das Feld der Literatur noch vor allem ein männliches war, an ihren Zigaretten zogen und augenblicklich anerkennend nickten, wenn die Rede auf Sontag kam. Dann wurde einer ihrer Essays zitiert (meistens Anmerkungen zu Camp, Krankheit als Metapher, Über Fotografie und Das Leiden anderer betrachten), und Sontag, die berühmte — US-amerikanische ›femme de lettres›», die als eine der — einflussreichsten Intellektuellen ihres Landes» galt (Wikipedia), wurde gewürdigt für ihre Brillanz, ihren Eigensinn und ihren New Yorker Glamour.— Susan Sontag, hier 1995, hat auch immer wieder über Frauen geschrieben.

 
 

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Christian McBride und sein neues Quintett

10.06.2024On stageÖ1Gerhard Graml —   –  Details

Christian McBride

in Jazzbassistenmeister und vier junge Talente: Christian McBride und sein New Quintet im April 2024 im Wiener Porgy & Bess — Am 21. April 2024 präsentierte mit Christian McBride einer der großen Kontrabassisten des Gegenwartsjazz ein neues Ensemble im Jazzclub Porgy & Bess in der Wiener Innenstadt, bestehend aus vier aufstrebenden jungen Könnern bzw. Könnerinnen der US-Jazz-Szene: Zu hören waren Tenorsaxofonistin Nicole Glover, bekannt als Mitglied des rein weiblich besetzten All-Star-Ensembles Artemis, der 25-jährige, aus Israel stammende Gitarrist Ely Perlman, der Chicagoer Keyboarder Mike King und die in Kalifornien aufgewachsene Schlagzeugerin Savannah Harris, die in Österreich bereits im Quartett Økse mit Saxofonistin Mette Rasmussen und im Trio von Saxofonistin Angelica Niescier zu erleben war. Ein Jazzbassistenmeister und vier junge, frühreife Talente: Das bedeutete an diesem Abend eine geballte, dynamische Ladung Modern Jazz, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde.

 
 

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Europäer streben nur noch nach Komfort und Sicherheit. Also nach Faulheit

10.06.2024NewsZeit OnlineGötz Hamann und Tobias Timm —   –  Details

Rem Koolhaas

Rem Koolhaas ist eigentlich Architekt. Doch inzwischen plant er die Zukunft ganzer Länder. Ein Gespräch über die Grenzen der Demokratie, den weltfremden Hochmut des Westens – und was sein alter BMW damit zu tun hat. — Rem Koolhaas, fotografiert von seiner Tochter, vor der Nationalbibliothek in Katar

DIE ZEIT: Herr Koolhaas, Sie sind einer der einflussreichsten Architekten des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie haben in verschiedenen Ländern gelebt, arbeiten an Projekten überall auf dem Globus. Deshalb möchten wir mit Ihnen über den Zustand Europas und der Welt sprechen. — Rem Koolhaas: Können wir bitte alles Pompöse beiseitelassen? Ich kann keine heiligen Wahrheiten verkünden, allenfalls Eindrücke und Gedanken schildern. — ZEIT: Kürzlich waren Sie wieder in Katar, woran arbeiten Sie dort? — Koolhaas: Wir haben den Auftrag erhalten, einen Blueprint, einen Masterplan für das Land zu entwickeln. —

 
 

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Ziviler Ungehorsam – Legal, illegal, gar nicht egal! – Die Rechtswissenschaftlerin Samira Akbarian

09.06.2024Essay und DiskursDeutschlandfunkThorsten Jantschek —   –  Details

Samira Akbarian

Demokratie ist auf die argumentative Regulierung von Konflikten angewiesen. Um politischen Einstellungen aber Gehör zu verschaffen, überschreiten Protestformen mitunter den Rahmen des Gesetzes. Aber sind sie damit schon verfassungsfeindlich? — Klimakleber, Bauernproteste oder Suppenattentate auf Kunstwerke – die politischen Auseinandersetzungen – so scheint es – werden zunehmend schriller, lauter und mitunter überschreiten sie auch das gesetzlich Zulässige. Doch wann ist das rechtlich nicht Legale dennoch ein Beitrag zur demokratischen Ordnung, den man zivilen Ungehorsam nennt? Ziviler Ungehorsam fordert demokratische Verfahren und Institutionen heraus, stellt aber die Demokratie selbst nicht infrage.

 

Wie kann man aus einer verfassungsrechtlichen Perspektive die Phänomene des zivilen Ungehorsams fassen, wann kommen die demokratischen Institutionen an die Grenzen des Tolerablen? Für die Rechtswissenschaftlerin Samira Akbarian birgt der zivile Ungehorsam sogar Potenziale, die uns in die Lage versetzen, die Verfassung in ihrem Lichte zu interpretieren.

 

Samira Akbarian forscht an der Universität Frankfurt. Für ihre Dissertation «Ziviler Ungehorsam als Verfassungsinterpretation» erhielt sie den Studienpreis der Körberstiftung in der Sparte «Geistes- und Kulturwissenschaften».

 
 

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Martin Grassberger – Aufbruch ins Ökozän

09.06.2024GedankenÖ1Peter Blau —   –  Details

Martin Grassberger

Der Arzt und Biologe Martin Grassberger über die Notwendigkeit eines fundamentalen Wertewandels nach Maßgabe der Natur. — Die Menschheit weiß so viel wie noch nie zuvor. Doch hilft ihr das gegenwärtig nur wenig bei der Bewältigung der vielen miteinander verzahnten, ökologischen, gesundheitlichen, gesellschaftlichen, geopolitischen oder ökonomischen Krisen, meint der Mediziner und Biologe Martin Grassberger. Denn Wissen sei gut. Aber Weisheit wäre besser. Und Klugheit. Der beiden letzteren Kompetenzen bedürfe es nämlich in unserer immer komplexer werdenden Welt, um die vielen Fakten und Zahlen, die die Wissenschaften liefern, richtig interpretieren und sinnvoll nutzen zu können: — Unser Gehirn klammert sich verzweifelt an Zahlen, und wir sind zunehmend blind für andere Phänomene in Ökologie und Gesellschaft. Von Zahlen geblendet, können wir die Vielfalt von Natur, Kultur und deren Verbindungen nicht mehr sehen.» – – Sein kürzlich im Residenz-Verlag erschienenes Buch — Regenerativ – Aufbruch in ein neues ökologisches Zeitalter» will er in erster Linie als Einladung verstanden wissen, gewohnte und oft nur wenig hinterfragte Sichtweisen auf unser Dasein loszulassen und sich neuen, zum Teil aber auch alten und vergessenen Ansichten über unsere Existenz auf diesem Planeten zu öffnen: — Der gegenwärtige Zustand des Anthropozäns erfordert, dass wir über unser bisheriges Denken hinausgehen und uns komplexem Systemdenken und ganzheitlichen Sichtweisen auf das Leben zuwenden. Dazu gehört auch die Akzeptanz, dass die Lösungen nicht immer in technischem Fortschritt und wirtschaftlichem Wachstum zu suchen sind.» – – Das neue Paradigma laute daher: — Regenerativ». Denn die natürlichste Lösung könnte in der Natur selbst zu finden sein. — Die von der Natur gesetzten Rahmenbedingungen sind das Maß aller Dinge und damit auch der Maßstab, nach dem wir uns stets richten sollten», ist Martin Grassberger überzeugt. In seinen Überlegungen führt er aus, wie dieser fundamentale Wertewandel seiner Ansicht nach die menschliche Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft regenerieren und ein nachhaltiges Gedeihen ermöglichen kann: — Wenn wir die Art und Weise ändern, wie wir die Dinge betrachten, ändern sich auch die Dinge, die wir betrachten.» Es gehe um nichts weniger als die Annäherung an ein neues ökologisches Zeitalter: um den schrittweisen Übergang vom Anthropozän zum Ökozän. – – Martin Grassberger studierte Medizin sowie Biologie in Wien und ist Facharzt für Gerichtsmedizin. Er lehrt unter anderem an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und an der Medizinischen Fakultät der Sigmund Freud Universität Wien in den Fachgebieten Human- und Gesundheitsökologie, Evolutionäre Medizin, Forensische Medizin und Pathologie. Sein Buch — Das leise Sterben» wurde 2020 in der Kategorie Naturwissenschaft/Technik zum — Wissenschaftsbuch des Jahres» gekürt.

 
 

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Der Pianist Pianist Kit Armstrong im Gespräch

09.06.2024ZwischentöneDeutschlandfunkJoachim Scholl —   –  Details

Kit Armstrong

Pianist Kit Armstrong — «Musik ist ein Wunder» — Kit Armstrong ist ein Allroundgenie: Weltstar am Klavier und Naturwissenschaftler. Der US-Amerikaner glaubt an die gestaltende Kraft der Wissenschaft und dass künstliche Intelligenz dabei helfen kann, das Wunder der Musik besser zu verstehen. — Komponierte seine erste Symphonie, noch bevor er zur Schule ging: Kit Armstrong.

 
 

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Claudia Schmutzler, 57, Schauspielerin, Regisseurin & Coach für Selbstführung & Krisenmanagement

09.06.2024Hörbar RustradioeinsBettina Rust —   –  Details

Claudia Schmutzler

Wer dabei war, erinnert sich gut: an die goldenen Zeiten des Fernsehens. Mitte der Achtziger kamen die Privatsender und dann gings über viele Jahre rund, das Medium präsentierte sich ganz neu, am Geld sollte es nicht scheitern, das war zur Genüge vorhanden. Jetzt lag der Fokus auf Unterhaltung, völlig neue Formate kamen auf, Dailys, Weeklys, Gameshows, Gerichtsshows. Überhaupt: viele Serien, von denen einige schnell wieder verschwanden und andere ihr festes Publikum fanden. Eine dieser Serien lief in Sat1 und hieß «Für alle Fälle Stefanie», die Hauptrolle spielte Claudia Schmutzler, Jahrgang 1966, gebürtige Dresdnerin. Ihren sogenannten Durchbruch hatte Schmutzler kurz nach der Wiedervereinigung in dem Film «Go Trabi Go». Nun war sie Stephanie, später dann über viele Jahre die Kriminalkommissarin Börensen bei der SOKO Wismar. Und nun? Nun stellt sich Claudia Schmutzler mit 57 Jahren die Frage, ob die Welt denn noch bei klarem Verstand ist, wenn Frauen ihres Alters – spätestens dann – aussortiert werden, wenn sie aus Filmen und Drehbüchern verschwinden. Da stimmt doch was nicht. Das ist eines ihrer Themen. Ein anderes ist: die Poledance-Stange, Blumen binden kann sie auch und einige Überraschungen mehr. — Musikliste zur Sendung: — Erasmo Carlos – De Noite na Cama — Ulla Meinecke – Ein großes Herz — Herbert Roth – Kleines Haus am Wald — Karin Hübner/Paul Hubschmid – Wäre dit nich wundascheen/My Fair Lady — Tim Fischer – Die Rinnsteinprinzessin — Sarah Connor & Henning Weland – Bonny & Clyde — Philip Poisel – Im Garten von Gettis — Charley Ann – Mon petit France — Makko – Das Leben ist zu kurz um Angst zu haben

 
 

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