Alle Artikel in der Kategorie “Aus den Archiven

Aus den Archiven ist ein Sendungsformat von Deutschlandradio Kultur

Wo ist Planet Neun?

01.07.2024DimensionenÖ1N.N. —   –  Details

Planet Neun

Da waren es nur noch acht: Als Pluto 2006 durch die Internationale Astronomische Union zum Zwergplaneten degradiert wurde, hatten Sterngucker, Hobby-Astronomen und auch so mancher Professionist im Fach Astronomie sentimentale Gefühle. Denn an Pluto hatte man sich gewöhnt, dass er nun kein Planet mehr sein sollte, war für manche eine schwer zu akzeptierende Entscheidung.

— Nun verdichten sich die Hinweise, dass es da draußen Ersatz geben könnte. Einen Riesenplaneten mit der vielfachen Masse der Erde. Die sehr auffälligen Bahnen von Himmelskörpern im sogenannten Kuipergürtel am Rande des Sonnensystems sprechen für die Existenz dieses neunten (und noch namenlosen) Planeten. Nachgewiesen wurde er bislang nicht – was vor allem an seiner gigantischen Entfernung zur Sonne liegt, er ist 600-mal weiter von ihr entfernt als die Erde. Neue Forschungen können das Areal aller möglichen Verstecke nun um fast 80 Prozent einschränken: Die Entdeckung von Planet Neun könnte also bald gelingen.

 
 

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Entspannte Gitarren-Trio-Soundlandschaften / Julian Lage

01.07.2024On stageÖ1Jörg Duit —   –  Details

Julian Lage

Wunderbar entspannt präsentierte sich der US-amerikanische Gitarrist Julian Lage am 23. April 2024 anlässlich seines Auftritts im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses: Gemeinsam mit seinen seit 2018 aufeinander eingeschworenen Triopartnern Jorge Roeder (Kontrabass) und Dave King (Schlagzeug) gab er in schlanker Instrumentierung die Musik seines kurz zuvor bei Blue Note erschienenen Albums «Speak to Me» zum Besten. «Der 36-jährige Julian Lage, aktuell auch einer der favorisierten Kollaborationspartner des New Yorker Saxofonisten und Komponisten John Zorn, zelebrierte hingebungsvoll seinen lyrischen, nachdenklichen, dabei überaus ideenreichen Stil, immer wieder rhythmisch angefixt von diversen Americana-Einflüssen. Das Publikum reagierte ob der raffinierten und zugleich sinnlichen Dezenz der Musik mit großem Enthusiasmus und Standing Ovations. «

 
 

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Zeitgenössische Musik verstehen / Dietmar Hellmich

01.07.2024Sound Art: Zeit-TonÖ1N.N. —   –  Details

Dietmar Hellmich

Hellmich erhellt zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte aus dem Bereich Sprachkomposition. «Dietmar Hellmich, Komponist und Musikwissenschaftler aus Wien, beleuchtet für «Soundart: Zeit-Ton» im Kamingespräch mit Rainer Elstner zentrale und dezentrale Werke der Musikgeschichte. Diesmal zum Begriff «Sprachkomposition». Damit ist die Behandlung und Verarbeitung von Sprache in musikalischen Kompositionen gemeint. «Ein durch Schallplattenaufnahme überlieferter Vorläufer nutzte gerade seinen Mangel an musikalischer Ausbildung für ein monumentales groteskes Lautgedicht in annähernder Sonatenform: der DADA ist Kurt Schwitters mit seiner «Ursonate» der 1920er Jahre. Die freche Unbekümmertheit sowohl im Umgang mit der Tradition wie mit dem Publikum ist auch bei den ausgebildeten Komponisten zu bemerken, die um 1960 begannen, Sprache zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. «Mauricio Kagel wendet in «Anagrama» auf ein lateinisches Palindrom aus der Musik übersetzte Strategien an: Neben der Übersetzung in verschiedene Sprachen mischt er neue Texte aus dem Buchstabenmaterial und erzeugt Kunstwörter, die verschiedene Verwechslungsmöglichkeiten bieten. György Ligeti komponiert in «Aventures» Ausdrucksbereiche wie «zutiefst angeekelt» oder «zügellos-erregt» und lässt die Sänger theatralisch agieren, was Luciano Berio in seiner Tonbandmusik «Thema. Omaggio a Joyce» verwehrt blieb, dafür bot das Studio andere Möglichkeiten der Generierung verbaler Musik. «Dietmar Hellmich, 1976 in Graz geboren, absolvierte technische Mathematik an der Technischen Universität Wien und Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in der Kompositionsklasse von Dieter Kaufmann. Dort promovierte er zum Thema «Maschinen-Musik am Beispiel von Max Brand, Fritz Heinrich Klein und Edmund Meisel.» «(Wiederholung vom 9. April 2024) «

 
 

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June Leaf, Künstlerin, die die weibliche Form erforschte, stirbt im Alter von 94 Jahren

01.07.2024News: NachrufeThe New York TimesWilliam Grimes —   –  Details

June Leaf

Ein wiederkehrendes Thema ihrer Arbeit war die weibliche Kraft, die in eigenwilligen Skulpturen und Gemälden zum Ausdruck kam, die sich nicht den vorherrschenden Trends anpassten. —Die Malerin und Bildhauerin June Leaf, fotografiert von Richard Avedon im Jahr 1975.Kredit… «June Leaf, eine Malerin und Bildhauerin, deren abwechselnd skurrile, anmutige und bedrohliche Auseinandersetzung mit der weiblichen Form den Weg für spätere Generationen feministischer Künstlerinnen ebnete, starb am Montag in ihrem Haus in Manhattan. Sie wurde 94 Jahre alt. «Die Ursache sei Magenkrebs gewesen, sagte Andrea Glimcher, ihre Agentin bei der Managementfirma Hyphen und eine Freundin. «Frau Leaf arbeitete während eines Großteils ihrer langen Karriere abseits des Mainstreams. Eigenwillig und intuitiv entwickelte sie eine einzigartige Mischung aus Expressionismus und Primitivismus, verbunden mit einem kindlichen Sinn für Spiel. Ihr vielfältiges Schaffen umfasste spielzeugartige kinetische Skulpturen, wilde Tuschezeichnungen mit nervöser, gespannter Linie, satirische Gesellschaftsszenen und makabre Skelette, die auf Leinwand oder Blech gemalt waren. «Die Kraft der Frau war ein wiederkehrendes Thema, das anfangs in göttinnenähnlichen Figuren mit stark geschwollener Hüfte und Brust und in Frauen mit fledermausartigen Flügeln oder gyroskopartigen Oberkörpern zum Ausdruck kam. Später kam es zu einer Reihe kraftvoller Metallköpfe, die an Stammesskulpturen erinnerten. «Ihr Werk entsprach zu keinem Zeitpunkt den vorherrschenden Trends der zeitgenössischen Kunst, und lange Zeit ihres Lebens stand Frau Leaf im Schatten ihres Mannes, des Fotografen Robert Frank , den sie 1975 heiratete. Dennoch verfügte sie über ein ergebenes Publikum, das sich ihrer einzigartigen Ausdrucksform bewusst war, und genoss die Bewunderung einer kleinen Gruppe von Kritikern und Kuratoren. «Hilton Kramer von der New York Times beschrieb ihre Arbeiten 1968 in ihrer ersten Soloausstellung in New York als «bemerkenswert kraftvoll und robust – das Produkt einer erdigen Vorstellungskraft mit einem bemerkenswerten Talent für die Projektion von Bildern, die zugleich wild und makaber, satirisch und berührend sind.» Er fügte hinzu: «Sie ist etwas, das in der heutigen Malerei selten ist: eine Dichterin mit Geschmack und Talent für komplexe Bilder.» — Die Malerin und Bildhauerin June Leaf, fotografiert von Richard Avedon im Jahr 1975.

 
 

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Neues aus Köln – Markus Stockhausen, The Human Element, Christina Fuchs/Florian Stadler, Reiner Winterschladen/Hans Lüdemann

01.07.2024Jazztime: JazztodayBR-KlassikHenning Sieverts —   –  Details

Markus Stockhausen

Neues aus Köln — Mit der Markus Stockhausen Group, dem Trio The Human Element und zwei Duos: Die Saxofonistin und Klarinettistin Christina Fuchs (Saxofon und Klarinette) mit Florian Stadler (Akkordeon) sowie Reiner Winterschladen (Trompete) und Hans Lüdemann (Klavier) — Auswahl und Moderation: Henning Sieverts

 
 

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Die Glöckner von Prag / Die Renaissance der Kirchenglocken in Tschechien

01.07.2024Journal-PanoramaÖ1N.N. —   –  Details

Glocke in Prag

Während der NS-Zeit haben die deutschen Besatzer die Kirchenglocken Prags zerstört. Die tschechischen Kommunisten taten alles, um ihre Erneuerung zu verhindern. Jetzt sind es überwiegend junge Leute, die als ehrenamtliche Glöcknerinnen und Glöckner unterwegs sind – und Geld sammeln, um die verlorenen Glocken nachgießen zu lassen. Manche der Enthusiasten sind katholisch, aber die meisten haben mit Kirche gar nichts am Hut – wie die Mehrheit in Tschechien. Sie sind einfach fasziniert vom Klang der Glocken, vom archaischen Handwerk des Läutens. Und sie sind Lokalpatrioten, die den Klang des alten Prag nach rund einem Jahrhundert wieder erleben wollen. Einen ersten Erfolg haben sie bereits erzielt: Sie ließen eine riesige Glocke gießen, die als Mahnmal auf einem Moldau-Ponton schwimmt – exakt 9801 Kilo schwer, ein Kilo für jede im Krieg requirierte Glocke.

 
 

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Vor 15 Jahren: Die Zeugin Marwa El-Sherbini wird im Gericht in Dresden ermordet

01.07.2024Kalenderblatt: ClipDeutschlandfunkRöther, Christian —   –  Details

Marwa El-Sherbini

Marwa El-Sherbini «Ein rassistischer Mord und seine Folgen «Vor 15 Jahren wurde die Apothekerin Marwa El-Sherbini in Dresden in einem Gerichtssaal ermordet. Der Täter hatte sie zuvor muslimfeindlich beleidigt. Inzwischen ist der 1. Juli der Tag gegen antimuslimischen Rassismus. «Marwa El-Sherbini wurde 1977 als Tochter eines Chemiker-Ehepaaes in Ägypten geboren. 2006 ging sie mit ihrem Mann nach Bremen, 2008 zog das Paaar nach Dresden.

 
 

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