Alle Artikel in der Kategorie “Aus den Archiven

Aus den Archiven ist ein Sendungsformat von Deutschlandradio Kultur

Denis Diderot: Jakob und sein Herr (1/3) / 1979

21.07.2024HörspielSWR KulturN.N. —   –  Details

Denis Diderot

Der Diener Jacques und sein adliger Herr reisen mit unbestimmtem Ziel zu Pferd durch Frankreich. Wenn sie nicht über die amourösen Abenteuer des Dieners plaudern, diskutieren sie über das Problem der Willensfreiheit. Paradoxerweise ist der welterfahrene, tatkräftige und vorwitzige Jacques Anhänger eines stoischen Fatalismus und betont bei allem, was passiert, dies habe in der großen himmlischen Schicksalsrolle geschrieben gestanden, während sich sein langweiliger und schläfriger Herr zur Freiheit des Willens bekennt, ohne von ihr im Leben wirklich Gebrauch zu machen. — Diderots Erzählweise spiegelt Jakobs Determinismus: Der Erzähler erklärt, dass er sich alle Geschichten zufällig ausgedacht habe und dass er sie auch ganz anders hätte erzählen können. Gleichzeitig gibt er vor, sich der Wahrheit verpflichtet zu fühlen, und bezieht sich auf Dinge, die er wirklich gehört haben will. Jakob und sein Herr fragen sich, ob immer das passiere, was vom Schicksal vorgesehen sei, oder ob man im Nachhinein Schicksal nenne, was sich vorher ereignet habe. «Diderot nimmt den von Brecht für das Theater entwickelten Verfremdungseffekt vorweg: So wie bei Brecht die Schauspieler jederzeit als wirkliche Menschen in ihrer Rolle zu erkennen sein sollen, durchbricht Diderot die Illusion der Erzählung und weist immer wieder darauf hin, dass sie nicht mit der Wirklichkeit zu verwechseln sei. «Radioroman nach «Jacques le Fataliste et son Maître» von Denis Diderot — Komposition: Helge Jörns — Übersetzung aus dem Französischen und Hörspielbearbeitung: Hans Magnus Enzensberger — Mit: Stefan Wigger, Klaus Herm, Otto Sander, Margot Leonhard, Christa Lorenz, Christian Brückner u. a.

 

Regie: Manfred Marchfelder — Ton: Ernst Becker — (Produktion: SR/SWF 1979)

 
 

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Versuchter Umsturz. – Die Lange Nacht zum 20. Juli 1944

20.07.2024Lange NachtDeutschlandfunkLudger Fittkau< —   –  Details

Gedenktafel an den Resten der Wolfsschanze

Keine Frage, ohne die Militärs wäre es nicht gegangen. Nur sie – vor allem Claus Schenk Graf von Stauffenberg – kamen an Hitler heran. Der «Führer» musste tot sein, damit die einfachen Soldaten ihren aufständischen Offizieren folgen würden. So hofften es auch die Zivilisten, die den 20. Juli 1944 mit vorbereitet hatten – Männer wie Frauen. Aber es mussten auch viele andere Bereiche bedacht werden, in denen der nationalsozialistische Apparat gestoppt werden müsste. Entsprechend zahlreich waren die Verschwörer. 80 Jahre nach dem gescheiterten Umsturzversuch geht es diesmal zuerst um die Frauen, die maßgeblich beteiligt waren. Ihre Geschichte wird bis heute kaum erzählt. Bei den Militärs wiederum ist der Scheinwerfer nicht in erster Linie auf Stauffenberg gerichtet, dessen zentrale Rolle beim Umsturzversuch ja längst auch von Hollywood gewürdigt wurde. Diesmal stehen andere, weniger bekannte Offiziere im Vordergrund. Nicht zuletzt aber geht es um die zivilen Akteure des 20. Juli 1944. Um linke Gewerkschaftsführer oder fromme Katholikinnen, die einen Kernsatz ihres Glaubens für eine kurze Spanne ihres Lebens beiseitegeschoben hatten: «Du sollst nicht töten!» Bisher unveröffentlichtes Archivmaterial fließt in die Sendung ein. Etwa das Tagebuch eines überlebenden Umsturzbeteiligten. In den Nachkriegsjahren wollte es niemand veröffentlichen, obwohl der Verfasser viele Verlage anschrieb. Lange Zeit galten die Frauen und Männer des 20. Juli 1944 in der deutschen Nachkriegsöffentlichkeit als «Vaterlandsverräter» – die Stimmen der Überlebenden des Umsturzversuches wollte man in der Öffentlichkeit meist nicht hören. Es war nicht zuletzt das Radio, das ab den 1950er-Jahren damit begann, die Stimmen derjeniger zu sammeln und zu senden, die der Rache der Nationalsozialisten entkommen waren – oft nur mit sehr viel Glück! Die gesammelten Frauen- und Männerstimmen machen deutlich: Der Umsturzversuch des 20. Juli 1944 war weit mehr als ein Militärputsch. — Gedenktafel an den Resten der Wolfsschanze, wo das Attentat auf Adolf Hitler am 20.Juli 1944 scheiterte.

 
 

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Wir werden frei, wir finden Ruh! – Komponisten und Musiker im Widerstand gegen das NS-Regime

20.07.2024Atelier neuer Musik DeutschlandfunkKlaus Gehrke —   –  Details

Musikleben in Deutschland

Am 20. Juli wird in der Bundesrepublik traditionell derer gedacht, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Im Fokus stehen dabei in der Regel Personen aus Militär, Kirche und Politik. Autor Klaus Gehrke stellt die Frage, ob sich auch unter deutschen Musikschaffenden Widerstand gegen den Nationalsozialismus formierte. Wenn ja, wie sah er aus, welche Möglichkeiten hatte er zur Verfügung? Gab es Verbindungen zum politischen Widerstand? Protestierten lediglich Musiker und Komponisten aus der Sicherheit des Exils? Und welche Rolle spielte das Thema in der Nachkriegsavantgarde? Die Musikwissenschaftler Michael Custodis und Albrecht Dümling und der ehemalige Dlf-Kulturchef Matthias Sträßner sprechen über ihre Forschungen dazu. — Am 20. Juli wird in der Bundesrepublik traditionell derer gedacht, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Im Fokus stehen dabei in der Regel Personen aus Militär, Kirche und Politik. Autor Klaus Gehrke stellt die Frage, ob sich auch unter deutschen Musikschaffenden Widerstand gegen den Nationalsozialismus formierte. Wenn ja, wie sah er aus, welche Möglichkeiten hatte er zur Verfügung? Gab es Verbindungen zum politischen Widerstand? Protestierten lediglich Musiker und Komponisten aus der Sicherheit des Exils? Und welche Rolle spielte das Thema in der Nachkriegsavantgarde?

 
 

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Anthropogen Schwarz – Institutionalisierter Rassismus im Süden der USA

20.07.2024FeatureDeutschlandfunk KulturChristian Lerch —   –  Details

Martine Syms

Wie kann man als Weißer über Rassismus sprechen? Der Autor Christian Lerch hat sich diese Frage gestellt. Er begibt sich auf eine Reise: in die Südstaaten der USA und auch zu seinem eigenen weißen Selbstverständnis. «Die afroamerikanische Künstlerin Martine Syms bei einer Video-Performance zu Rassismus. — Wie kann man als Weißer über Rassismus sprechen? Der Autor Christian Lerch hat sich diese Frage gestellt. Er begibt sich auf eine Reise: in die Südstaaten der USA und auch zu seinem eigenen weißen Selbstverständnis. «Der letzte Lynchmord des Ku-Klux-Klan ist über 40 Jahre her, der letzte Fall von Polizeigewalt gegen einen afroamerikanischen Mann oder Jugendlichen vielleicht nur wenige Tage. Zwar wurde die Rassentrennung in den USA aufgehoben und Schulen und Universitäten sind frei zugänglich. De facto besteht aber ein unterfinanziertes öffentliches Schulsystem für Afroamerikaner, während weiße Kinder private, von den Bundesstaaten subventionierte Ausbildungsstätten besuchen. Den dramatischen Folgen der Konstruktion von «Rassen» sind Afroamerikaner täglich ausgeliefert. Gesetze werden nicht ausreichen, dies zu verändern.

 
 

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Radioperle von 1969: Zawinul & das Cannonball A. Quintet

20.07.2024nach-gehörtÖ1Stephan Pokorny —   –  Details

Joe Zawinul

Es war eine Rückkehr im Triumph, als Joe Zawinul 1969 nach zehn Jahren in den USA erstmals als Pianist des Cannonball Adderley Quintet, das dank seines groovigen Soul-Jazz als eine der populärsten Combos der 1960er galt, in Österreich zu erleben war. Die Europa-Tournee der Formation 1969 führte auch über Graz und Wien. Die vorliegende Produktion präsentiert das Wiener Konzert sowie einen Ausschnitt des Konzerts aus Graz.

 
 

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Radeln durch die Jahrhunderte

20.07.2024Le week-endÖ1Stephan Pokorny —   –  Details

Yves Montand

Es ist erstaunlich, wen man aller trifft, wenn man sich musikalisch auf die Spuren des Fahrradfahrens begibt: Gustav Mahler entpuppt sich als manischer Radfahrer zwischen Hamburg und Loiblpass, Giacomo Puccini bestellt die neuesten und schicksten Modelle noch vor 1900 in Deutschland und Francis Poulenc portraitiert 1921 das Fahrradfahren in einer Suite für Klavier solo. Selbstverständlich kommen auch die Freunde der gepflegten Chanson-Kunst nicht zu kurz: Yves Montand setzt sich in den 1960er Jahren genauso aufs sein Bicyclette wie Syd Barrett mit Pink Floyd auf sein Bike. «Schon hundert Jahre früher, also Ende der 1860er Jahre, setzt Joseph Strauss, der studierte Techniker in der Strauss-Dynastie, dem Velociped mit einer schnellen Polka ein frühes Denkmal. Dass dann, zurück in den 1960er Jahren, das Fahrrad durch die Computermusik genauso geistert wie durch Science Fiction, war nicht unbedingt zu erwarten. Schlussendlich aber vereinen Freddy Mercury und Queen ihre raffinierten Kompositions- und Gesangskünste, um mit ihrem «Bicycle Race» dem Fahrrad einen verqueren Ohrwurm zu schenken. «

 
 

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Adalbert Stifters zeitlose Geschichte vom Krieg / ‹Der Hochwald› von Adalbert Stifte

20.07.2024HörspielÖ1N.N. —   –  Details

Adalbert Stifter

Ein Vater versucht seine Töchter vor dem Krieg in Sicherheit zu bringen und richtet ihnen in der unberührten Tiefe des Waldes eine Hütte ein. Gut bewacht, sollen Clarissa und Johanna dort das Vorbeiziehen des Feindes abwarten. Es ist, als würde hier die Zeit stillstehen, während ringsum der Krieg tobt. Als allerdings ein vermeintlich Fremder in dieses Refugium eindringt, nimmt die Geschichte eine tragische Wende … Die aus Oberösterreich stammende Schauspielerin Sophie Rois erzählt diese 1842 veröffentlichte Erzählung über die beiden Schwestern Johanna (Pippa Galli) und Clarissa (Stefanie Reinsperger). Außergewöhnlich sind auch die Musik und die Geräusche des Hörspiels – beides wurde mit Hilfe einer E-Gitarre erzeugt. Mit Sophie Rois als Erzählerin, Stefanie Reinsperger, Pippa Galli, Paul Wolff-Plottegg, Michael König, Laurence Rupp, Raphael von Bargen, Musik: Miki Liebermann, Ton: Anna Kuncio, Bearbeitung und Regie: Andreas Jungwirth (ORF 2016)

 
 

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Antonio Vivaldi: ‹L’Olimpiade›

20.07.2024OpernabendÖ1N.N. —   –  Details

Alessandro De Marchi

Mit Bruno de Sá (Aminta), Benedetta Mazzucato (Argene), Margherita Maria Sala (Aristea), Bejun Mehta (Licida), Raffaele Pe (Magacle), Christian Senn (Clistene) und Luigi De Donato (Alcandro). — Innsbrucker Festwochenorchester, Dirigent: Alessandro De Marchi. — (aufgenommen im August 2023 im Tiroler Landestheater im Rahmen der «Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2023») « — Von 26. Juli bis 11. August wird Paris zum dritten Mal nach 1900 und 1924 Schauplatz der Olympischen Sommerspiele. Passend zum Slogan «Games Wide Open» sollen die Spiele erstmals gleichberechtigt sein, sprich, exakt 50 Prozent, also jeweils 5.250 Athletinnen bzw. Athleten – sind startberechtigt. «Sport, politische Theorie und Gesellschaftskritik? Wo, wenn nicht in einer Oper, könnten diese drei Dinge miteinander ins Spiel gebracht werden! L›Olimpiade ist eines der meistvertonten Libretti von Pietro Metastasio, dem gefeierten Poeten von Kaiser Karl VI. am Wiener Kaiserhof. Der Plot ist ein hinreißendes Goldstück an intimsten Herzens-Verstrickungen, menschlichen Missdeutungen und allerhöchster, sinnlichster Koloraturen-Spielereien: während der Olympischen Spiele müssen zwei Liebespaare schwere Prüfungen nicht nur sportlicher Art durchleben, bevor sich am Ende alles zum Guten wendet. Pietro Metastasios L›Olympiade-Textbuch wurde fast fünfzigmal vertont, von Antonio Caldara, Pasquale Anfossi, Domenico Cimarosa, Niccolò Piccini, Giuseppe Sarti über Johann Adolph Hasse bis Antonio Vivaldi. Moment.Der prete rosso – der rothaarige Priester, so ein Beiname Vivaldis – hat auch Oper komponiert?! Allerdings! «Noch immer ein Kontrast: Antonio Vivaldis «Vier Jahreszeiten» gehören zu den berühmtesten Werken des klassischen Repertoires, selbst außerhalb der Konzertsäle sind die vier Violinkonzerte klingendes Gemeingut. Doch dass der gebürtige Venezianer außerdem ein führender und enorm produktiver Opernkomponist war, ist bis vor wenigen Jahren weitgehend unbekannt gewesen. «Vivaldi selbst hatte angegeben, insgesamt 94 Opern komponiert zu haben, was in der Fachwelt immer für eitle Übertreibung gehalten wurde. Doch inzwischen sind 49 Opernlibretti identifiziert worden, die von Vivaldi vertont wurden. Insgesamt sind es 67 verschiedene dramatische Werke, darunter auch Wiederaufnahmen und Bearbeitungen, die Antonio Vivaldi, als einen der profiliertesten Opern-Komponisten seiner Zeit ausweisen. Wenn sicherlich auch nicht alle Opern auf gleich hohem Niveau angesiedelt sind, so ist doch allen die große Sorgfalt bei der Ausgestaltung des oft großangelegten Orchesterparts gemein. «L´Olimpiade zeigt Antonio Vivaldi auf der Höhe seines hochinspirierten, dramatischen Personalstils. Für die Karnevalssaison 1734 am venezianische Teatro Sant›Angelo komponiert, erweist sich dieses Dramma per musica als literarisch intellektuell anspruchsvoller Ideenpoolvoll Gefühlsaufwallungen rund um die Olympischen Spiele. «Im Vorjahr war dieses Werk – von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert – bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zu sehen, mit Alessandro De Marchi am Pult. In Ö1 können Sie dieser L´Olimpiade-Produktion akustisch nachspürender, die das Herz von Barockfans höherschlagen lässt und den Geist von Opernaficionados anspornt. «

 
 

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Leonhard Skorupa über das neue Album ‹Baumläufer›

20.07.2024Ö1 JazznachtÖ1Xavier Plus —   –  Details

Leonhard Skorupa

Das Ö1 Jazznacht-Gespräch mit: Leonhard Skorupa «Mit dem Saxofonisten und Klarinettisten Leonhard Skorupa ist ein vielgefragter Musiker der Wiener Szene zu Gast im Ö1 Jazznacht-Studio. Mit seinen unterschiedlichen Bands – Sketchbook Quartett, Sketchbook Orchestra, das Trio Znap wie auch das Klarinetten-Quartett Woody Black 4 – ist Skorupa fast durchgehend unterwegs oder im Studio, hinzu kommen diverse Tätigkeiten als Sideman. «In der Saison 2020/21 fungierte eine weitere Formation, das elfköpfige Leonhard Skorupa Ensemble, als Stageband im Wiener Porgy & Bess – damit einher ging die Möglichkeit, einmal im Monat aufzutreten, neue Kompositionen zu erarbeiten und zu verfeinern. Mit dem Album «Baumläufer», das im Sommer 2024 in der Edition Ö1 Jazz contemporary erscheint, resümiert Leonhard Skorupa die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dieser Zeit, als Gästin ist die Schauspielerin Maria Hofstätter in sechs von insgesamt zehn Stücken zu hören. «Leonhard Skorupa spricht in der Ö1 Jazznacht über die Musik und die organisatorischen Herausforderungen hinter dieser Produktion, die Zeit als Stageband-Leiter und vieles mehr.

 
 

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Neuerscheinungen + Emily Stewart/Martin Siewert + Irène Schweizer

20.07.2024Ö1 JazznachtÖ1Xavier Plus —   –  Details

Irène Schweizer

Neue Musik aus nah und fern «Mit aktuellen Alben von Pianist Giovanni Guidi, der sein Trio um den Saxofonisten James Brandon Lewis erweitert hat, von Bassist William Parker mit seinem «Heart Trio» und der neuen Band «SML» rund um Anna Butterss am Bass.

 

— Das Ö1 Jazznacht-Konzert: Emily Stewart/Martin Siewert, Wien 2024 «In der Konzertrubrik dieser Ö1 Jazznacht steht diesmal eine Ausgabe der Reihe «SoloTogether» im Wiener RadioKulturhaus auf dem Programm: Die Violinistin, Pianistin und Sängerin Emily Stewart und der Gitarrist und Klangkünstler Martin Siewert teilten sich am 3. Mai 2024 im RadioCafe die Bühne, um zweimal «solo» und einmal «together» ihre Musik zu präsentieren, zwischen akustischen Songs und elektronischem Noise. «Danach: Musik in Erinnerung an Irène Schweizer, eine Pionierin des europäischen Free Jazz. Unter anderem werden einige der zahlreichen Duette der Pianistin – die auch selbst Schlagzeug gespielt hat – mit Schlagzeugern zu hören sein, ebenso wie Soloaufnahmen und das Trio Les Diaboliques mit Maggie Nicols und Joëlle Léandre.

 
 

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Indianerfantasien überwinden — Indigene Stimmen im Museum

20.07.2024KulturfeatureWDR 3Tobias Mönch —   –  Details

Oscar Talero

Der Qom-Indigene Oscar Talero aus Argentinien ist zu Besuch in Deutschland. Im Leipziger Grassi-Museum für Völkerkunde korrigiert er falsche Daten im Katalog. 100 Jahre alte deutsche «Indianerfantasien» treffen auf die indigene Realität. — Die Qom kämpfen bis heute gegen den Verlust ihrer Sprache und die Idee, sie existierten längst nicht mehr. Der Zugriff auf die eigene Geschichte liegt noch immer in Händen von weißen Anthropologen und europäischen Institutionen, wie Universitäten und Museen. Auf der Reise des Qom-Indigenen Oscar Talero folgt das Feature dem Faden dieser Geschichte von Unterdrückung und Wiedergewinnung von Argentinien nach Deutschland und zurück. Indigener Fußball in einer ostdeutschen Turnhalle begegnet uns ebenso wie Deutsche Sammler und Abenteurer im argentinischen Gran Chaco. Deutsche Verstrickungen in die Gewaltgeschichte, die die Qom erlebten, tun sich auf: Ein Anthropologe wurde Zeuge eines Massenmords an Indigenen – und schwieg. 100 Jahre später tun sich neue Wege gemeinsamer Erinnerung auf.

 
 

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