Alle Artikel in der Kategorie “Aus den Archiven

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Das ist mein Vater! / Gus Walz bezaubert die Menge, als Vater Tim die Nominierung zum Vizepräsidenten annimmt / DNC 2024

22.08.2024NewsThe Washington PostKelsey Ables —   –  Details

Gus Walz

Für viele Zuschauer zu Hause war die emotionale Reaktion von Gus Walz auf seinen Vater, den demokratischen Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, während seiner Rede vor dem DNC der Höhepunkt der Rede. — Am dritten Abend des Parteitags der Demokraten stand der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, auf der Bühne, um die Nominierung seiner Partei für das Amt des Vizepräsidenten entgegenzunehmen, als sich die Aufmerksamkeit rasch auf die dicht gedrängte Menge richtete, wo sein 17-jähriger Sohn mit Tränen in den Augen aufstand, auf die Bühne zeigte und erklärte: «Das ist mein Vater!» — Der emotionale Moment am Mittwochabend fesselte die Zuschauer, als Walz als offizieller Vizekandidat von Vizepräsidentin Kamala Harris vor den Demokraten sprach. Sein Sohn und seine Tochter, Gus und Hope Walz, weinten beide, als Walz davon sprach, wie schwer es ihm und seiner Frau gefallen war, Kinder zu bekommen, und wie Fruchtbarkeitsbehandlungen es ihnen ermöglicht hatten, schwanger zu werden. — Die In-vitro-Fertilisation wurde im Februar durch ein Urteil in Alabama gefährdet, wonach gefrorene Embryonen Menschen seien und jeder, der sie vernichte, haftbar gemacht werden könne. Diese beispiellose Entscheidung stürzte die IVF-Behandlung in diesem Bundesstaat in Aufruhr und veranlasste einige Republikaner, sich von dem Thema zu distanzieren, nachdem sie mit Gegenreaktionen konfrontiert worden waren. Walz und seine Frau Gwen Walz haben erklärt, dass ihre Kinder mithilfe einer Fruchtbarkeitsbehandlung namens intrauterine Insemination (IUI) gezeugt wurden. — Walz beschrieb am Mittwoch ihren Kampf um die Fruchtbarkeit als «Qual» und sagte, der Schutz von Behandlungen wie denen, die sie anwenden, sei «ein wichtiger Teil dessen, worum es bei dieser Wahl geht».

 

— «Hope, Gus und Gwen, ihr seid meine ganze Welt und ich liebe euch», sagte Walz, kurz bevor Gus aufstand. — Hope, die während seiner Rede mit einer Einwegkamera Fotos von ihrem Vater machte, hielt ihre Hände in Form eines Herzens hoch.

 
 

SK-news

Trump spricht auf Wahlkampfveranstaltung hinter Glaswand (North Carolina)

22.08.2024NewsSüddeutsche ZeitungMatthias —   –  Details

Donald Trump

Erstmals seit dem Attentat auf ihn im Juli tritt der Kandidat der Republikaner wieder unter freiem Himmel auf und wird dabei speziell geschützt. Der unabhängige Kandidat Kennedy zieht sich wohl zugunsten Trumps zurück. — Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat erstmals seit dem Attentat auf ihn wieder Wahlkampf unter freiem Himmel gemacht. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber trat im Swing State North Carolina auf und wurde dabei von einer Glaswand geschützt, die auf dem Podium aufgebaut war. Am Wochenende hatten US-Medien berichtet, dass der für den Schutz zuständige Secret Service bei Auftritten unter freien Himmel künftig auf kugelsicheres Glas setzen wolle. — Am 13. Juli hatte ein Schütze bei einer Kundgebung in Pennsylvania von einem nahegelegenen Dach aus das Feuer eröffnet und auf Trump geschossen. Der Täter wurde von Sicherheitskräften getötet. Ein Besucher starb, zwei weitere wurden verletzt. Trump wurde am rechten Ohr verletzt. Der 78-Jährige hat seitdem zahlreiche Wahlkampfveranstaltungen vor einem großen Publikum abgehalten – allerdings allesamt drinnen. — Bei der Veranstaltung in Asheboro am Mittwoch schien eine Zuschauerin wegen der Hitze Probleme zu haben. «Einen Arzt, bitte. Es ist sehr heiß hier“, sagte Trump mitten in seiner Rede. Der Ex-Präsident verließ schließlich die Bühne und ging unter großem Applaus zu der Zuschauerin und umarmte sie.

 
 

SK-news

American Kitsch / Post Malone, Karen Jonas, Lainey Wilson u.a.

22.08.2024HappySadradioeinsChristine Heise —   –  Details

Post Malone

Nun also der Rapper Post Malone mit einem straighten Country Album. Mit der Schützenhilfe u.a. von Jelly Roll, Chris Stapleton und Sierra Ferrell hätte das wohl jeder gekonnt… aber hey, Post Malone will doch nur spielen. Karen Jonas sagt auf ihrem neuen Album «The Rise and Fall of American Kitsch»: wir lieben die Trash Kultur. Lainey Wilson dagegen nimmt die Sache für ihr zweites Album «Whirlwind» deutlich ernster und Songwriter Andrew Combs lässt auf «Dream Pictures» die Pedal Steel zu seinem Seelensound schwingen: zum Abheben. Das und vieles mehr heute in HappySad.

 
 

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Die Demokratische Partei ähnelt Amerika mehr, nicht nur im Fernsehen

22.08.2024NewsThe Washington PostPhilip Bump —   –  Details

DNC = America

Die Anerkennung der Vielfalt Amerikas ist ein zentraler Bestandteil des Parteitagsauftritts der Demokratischen Partei. Er wird durch tatsächliche Daten untermauert. — In seiner Rede auf dem Parteitag der Demokraten am Dienstag äußerte der ehemalige Präsident Barack Obama einen wenig beachteten Punkt über die politische Entscheidungsfindung in den Vereinigten Staaten. — «Der Rest der Welt schaut zu, um zu sehen, ob wir das tatsächlich schaffen», sagte Obama. «Keine Nation, keine Gesellschaft hat je zuvor versucht, eine Demokratie aufzubauen, die so groß und vielfältig ist wie unsere. Eine Demokratie, die Menschen einschließt, die über Jahrzehnte aus allen Teilen der Welt gekommen sind. Eine Demokratie, in der unsere Loyalität und unsere Gemeinschaft nicht durch Rasse oder Blut, sondern durch einen gemeinsamen Glauben definiert werden.» — «Und deshalb», fuhr er fort, «ist die Welt ein bisschen heller, wenn wir unsere Werte hochhalten. Wenn wir das nicht tun, ist die Welt ein bisschen düsterer – und Diktatoren und Autokraten fühlen sich ermutigt, und mit der Zeit werden wir weniger sicher.» — Das ist wahr. Es ist wahr, dass der Rest der Welt – nirgendwo, wo so viele Einwanderer und ihre Kinder leben und nirgendwo, wo so viel ethnische Vielfalt herrscht – darauf achtet, ob die pluralistische Demokratie hier Erfolg haben kann. Es ist wahr, dass diejenigen, die Vielfalt und Einwanderung ablehnen, froh darüber sind, dass wir scheitern und dass sich die Vereinigten Staaten als unfähig erweisen, gemeinsam über unsere Zukunft zu entscheiden. Sollte das passieren, haben sie ein schlagkräftiges Argument gegen Vielfalt und Einwanderung in ihren eigenen Ländern. — Es stimmt auch, dass die Stabilität und der Erfolg unserer Demokratie noch immer ungewiss sind. Es ist noch nicht einmal ein Jahrhundert her, dass Afroamerikaner in vollem Umfang an der Demokratie teilnehmen durften, soweit dies durch das Wahlrechtsgesetz gewährleistet wurde. Als Oprah Winfrey am Mittwochabend von Ruby Bridges und anderen schwarzen Mädchen sprach, die zu den ersten gehörten, die die Schulen des Südens integrierten, erwähnte sie nicht, dass Bridges ungefähr so alt war wie sie. (…)

 
 

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Putin, Nawalny und ich / John Sweeneys ‹Der Fall Nawalny›

22.08.2024NewsSüddeutsche ZeitungCord Aschenbrenner —   –  Details

Gedenken an Nawalny

Der britische Journalist John Sweeney verspricht ein Buch über Russlands Herrscher, seinen Widersacher, der im Straflager starb, und das Scheitern des Westens – nichts davon gelingt, denn der Autor steht sich mit seiner eitlen und hemdsärmeligen Art oft selbst im Weg. — Gedenken in London: An einem Zaun hängen Schilder mit der russischen Aufschrift «Putin Mörder» neben einem Foto von Alexej Nawalny. — John Sweeney hat seine Verdienste. Der 66-jährige Brite hat als Journalist erst für die Sonntagszeitung The Observer, dann für die BBC gearbeitet; man wird ihn einen journalistischen Haudegen nennen dürfen. Furchtlos ist Sweeney Diktatoren, Gewaltherrschern und anderen unerfreulichen Gestalten rund um den Globus in den vergangenen 35 Jahren auf die Nerven gegangen – als Fragesteller und indem er über die unglücklichen Länder unter ihrer Herrschaft berichtet hat. Rumänien, Simbabwe, Tschetschenien, Nordkorea, zur Abwechslung die Scientology-Sekte und immer wieder und bis heute Russland waren seine Themen, manches, etwa seine Nordkorea-Recherche, war nicht unumstritten.

 
 

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Neue Platten von u. a. Fontaines D.C., Maxim Biller und Illuminati Hotties

22.08.2024Nachtmix: Die Musik von MorgenBayern 2Ann-Kathrin Mittelstrass —   –  Details

Fontaines D.C

Die Musik von Morgen ist der Alben-Check immer donnerstags im «Nachtmix» auf Bayern 2. Ein kleiner Wegweiser durch die Neuveröffentlichungen, die freitags immer auf den Markt kommen. Diesmal ist u.a. dabei: ein singender Schriftsteller. Maxim Biller veröffentlicht sein zweites Album «Studio» mit Unterstützung seines Freundes, dem Berliner Musiker Malakoff Kowalski, der seine Songs behutsam arrangiert und produziert hat. Außerdem hören wir in die erste posthume Veröffentlichung von Ex-Screaming Trees Sänger Mark Lanegan – ein Reissue seines Albums «Bubblegum» von 2004, inklusive bisher unveröffentlichter Songs, z.B. zusammen mit Musiker Beck. Die Iren von Fontaines D.C. veröffentlichen mit «Romance» ihr 4. Album, auf dem sie die dunklen Seiten der Romantik ausloten. Und das Münchner Label Public Possession bringt seine traditionelle Sommer-Compilation raus. Weitere Alben im Check kommen vom Kishi Bashi, Illuminati Hotties, Body Meat, GIFT, Sofi Tukker, der norwegischen Sängerin und Komponistin Susanna und dem britischen Produzenten Mura Masa, der das Major-Label hinter sich lässt und sein neues Album jetzt auf dem eigenen Independent-Label rausbringt.

Fontaines D.C. – Romance Die Iren Fontaines D.C. gehören seit ihrem Debüt «Dogrel» von 2019 zu den angesagtesten Bands aus dem aktuellen, großen Post-Punk-Pool. Jetzt erscheint Album Nummer 4: Romance. Auf der Vorabsingle «Here›s the Thing» hören wir verzerrte Gitarren, richtig unschöne Sounds, beklemmend, aber dann doch so poppig, dass einen der Song sofort packt. Auf anderen Liedern berühren und beruhigen einen wunderschöne Streicher, bevor man wieder ins akustische Unbehagen geworfen wird. Das klingt auch mal wie eine schmerzverzerrt röhrende Elefantenherde («Horseness is the Whatness»). Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Albumcover: Ein metallisch schillernder, rosaroter Luftballon in Herzform mit verzerrtem Gesicht, der eine Träne weint. Auf blauem Hintergrund steht in giftgrüner Mittelalterschrift der Albumtitel «Romance». Grotesk und ziemlich hässlich. Für Frontmann Grian Chatten geht es auf dem Album um die dunkle Seite der Romantik. Um Fantasie versus Realität.

 
 

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Über die verbindende Kraft der Musik – Gründer des MIAGI Orchestra aus Südafrika Robert Brooks

22.08.2024Im GesprächDeutschlandfunk KulturKatrin Heise —   –  Details

Robert Brooks

«Music Is A Great Investment»-

diese Botschaft trägt das südafrikanische «MIAGI Orchestra» in die Welt. Schwarze und weiße Musikerinnen, arm oder reich, spielen zusammen. Gründer Robert Brooks freut sich über die «menschliche Dividende». — Das MIAGI-Orchester aus Südafrika ist ein regelmäßiger Gast bei den Young Euro Classics.

 
 

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Hermann Noordung: Pionier der Weltraumfahrt

22.08.2024DimensionenÖ1Mariann Unterluggauer —   –  Details

Hermann Noordung

Sommerreprisen: Wissenschaftler*innen im Porträt (3) — Vor einem Jahrhundert träumte ein junger Ingenieur in Wien von der Raumfahrt: Hermann Noordung. Wie könnte der Antrieb einer Rakete funktionieren? Wie ein bemannter Flug ins All? Und wenn man den Orbit einmal erreicht hätte, wie sollte eine Raumstation gestaltet sein? Noordung, der eigentlich Poto?nik mit bürgerlichem Namen hieß und 1892 in Pula geboren wurde, beeindruckte mit seinen Ideen später angeblich auch Wernher von Braun. Und sie beeinflussten Arthur C. Clark beim Schreiben seines Sci-Fi-Klassikers «2001: Odyssee im Weltraum», verfilmt von Stanley Kubrick. Hermann Noordung starb mit 36 Jahren völlig verarmt in Wien. (Wh. v. 08. 03. 23) – – Gestaltung: Mariann Unterluggauer

 
 

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Aus der Zeit gefallen / Messages Quartet / Carinthischer Sommer 2024

22.08.2024KonzertÖ1Christine Pleschberger —   –  Details

Messages Quartet

Carinthischer Sommer 2024 / Messages Quartet. Friedrich Gernsheim: Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 31; Andrzej Panufnik: Streichquartett Nr. 2. Messages; Stanislav Moniusko: Streichquartett Nr. 1 in d-Moll (aufgenommen am 28. Juli in der Stiftskirche Ossiach)

Im Jahr 2014 fanden sich Malgorzata Wasiucionek-Potera (1.Violine), Oriana Masternak (2. Violine), Maria Shetty (Viola) und Beata Urbanek-Kalinowska (Violoncello) aus Krakau zum «Messages Quartet» zusammen – anlässlich des 100. Geburtstages des polnischen Komponisten und Dirigenten Andrzej Panufnik und benannt nach dessen 2. Streichquartett «Messages». Und auch wenn in so manchem Artikel über das renommierte Quartett noch zehn Jahre nach dessen Gründung darüber nachgedacht wird, ob denn die Musikerinnen selbst als reines Damenquartett im Sinne des Philosophen und Kommunikationstheoretikers Marshall McLuhan die Botschaft sind, wollen die Quartettmitglieder dennoch die Musik, die sie interpretieren, als Botschaft und sich selbst als deren Botschafterinnen wahrgenommen wissen. — Um das namengebende 2. Streichquartett «Messages» von Andrzej Panufnik spannte das «Messages Quartet» sein Konzertprogramm beim Carinthischen Sommer 2024 mit Juwelen selten gehörter Streichquartettliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts: Eröffnet wurde mit dem Streichquartett Nr.1 in d-Moll des «Vaters der polnischen Nationaloper» Stanislaw Moniuszko, einem der führenden polnischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, dessen kammermusikalisches Schaffen weit weniger bekannt ist. Eine Kindheitserinnerung hat Andrzej Panufnik zu seinem 2. Streichquartett 1980 inspiriert: Als 7-/8-Jähriger hatte er in seinen Ferien am Land das Ohr an hölzerne Telegrafenmasten gelegt, um den Klängen zu lauschen, wenn der Wind die Kabel zum Schwingen brachte: «After a while I became convinced that I was listening to real music – which retrospectively I think was my first experience of the creative process, as for the first time I made use of my musical Imagination», schrieb Andrzej Panufik in seinen Anmerkungen zur Partitur. — Das Messages Quartet hat es sich zur Aufgabe gemacht, Musik vergessener oder wenig bekannter Komponist:innen ins Repertoire zu holen und so schloss man das Konzert mit Friedrich Gernsheims Streichquartett Nr.2 a-Moll op. 31. Gernsheim wurde 1839 in eine angesehene jüdische Familie in Worms geboren und war eng mit Johannes Brahms befreundet. Der Pianist, Dirigent und Musikpädagoge war ein angesehener Komponist seiner Zeit, nach seinem Tod 1916 gerieten viele seiner Werke jedoch in Vergessenheit – die Nazis verfemten Friedrich Gernsheim. — Vielfach ausgezeichnet und als eines der besten polnischen Streichquartette der Gegenwart von Publikum und Kritiker:innen gefeiert, begeisterten die vier Musikerinnen des Messages Quartet auch am 28. Juli 2024 in der Stiftskirche Ossiach bei der Interpretation der drei Streichquartette mit ihrem musikalischen Feingefühl und homogenen, klanglich einzigartigen Spiel.

 
 

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Lothar Knessl über ‹Offene Regionen›

22.08.2024Sound Art: Zeit-TonÖ1N.N. —   –  Details

Lothar Knessl

Zeitreise mit Lothar Knessl (3). Musik aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich — Vor zwei Jahren ist er mit 95 Jahren verstorben, der Doyen der zeitgenössischen Musik im österreichischen Radio, Lothar Knessl. Er hat bis über seinen 90. Geburtstag hinaus Sendungen gemacht. Und das exakt seit der Gründung von Ö1 in den späten 1960er Jahren. Berühmt waren seine knorrige Stimme und seine oft nicht unkomplexen Sätze und Beschreibungen. Manchmal aber ließ er sich auch auf klassische Studiogespräche ein.

Für diese Sommerreihe der Wiederholungen von Archivschätzen holen wir vier Sendungen aus dem Ö1-Archiv, in denen nicht nur Lothar Knessls Stimme, sondern eben auch die Stimme der von ihm porträtierten Komponistinnen zu hören ist.

Und wir haben Künstler ausgewählt, die einstmals wichtige Rollen im zeitgenössischen österreichischen Musikleben gespielt haben, aber heutzutage nicht mehr sehr präsent sind: Die Pianistin und Komponistin Luna Alcalay (1. August), der Pianist und Komponist Paul Kont (8. August) und der Experimentator Anestis Logothetis (22. August). Die vierte Sendung berichtet anschaulich und mit verbaler Hilfe von György Ligeti vom Musikfestival «Offene Regionen», das 1996 anlässlich des «Österreich Milleniums» im Frühjahr in Wien stattfand (29. August).

Auch die drei erwähnten Portraitsendungen entstehen in den 1990er Jahren. Lothar Knessl hat aber über fünfzig Jahre lang regelmäßig Ö1-Sendungen mit zeitgenössischer Musik produziert und deswegen gönnen wir uns noch einen kurzen Blick auf die Anfänge.

Sonntag, 15. Oktober 1967, 23.10 Uhr: «Warschauer Herbst 1967. Lothar Knessl berichtet über die experimentelle Musik des Warschauer Musikfestes» steht im Programm, und laut Lothar Knessl waren unter den im Programmausdruck verschwiegenen Werkausschnitten dieser Sendung Pendereckis «Dies Irae» sowie die 2. Symphonie und das Streichquartett von Witold Lutoslawski. Zu den folgenden Sendungen beziehungsweise Sendereihen gehören Anfang des Jahres 1968 Berichte vom «IGNM-Weltfestival zeitgenössischer Musik in Prag» ebenso wie Programme aus Konzerten zum Beispiel im Großen Sendesaal in der Argentinierstraße in Wien mit Musik von Friedrich Cerha und Günther Kahowez am 2. April 1968.

Die Präsenz der zeitgenössischen Musik hat sich im neuen Sender Österreich 1 konsolidiert, zwei 23.10 Uhr-Termine pro Woche werden die Regel. Am 18. Februar 1968 taucht ein neuer Sendungsname auf, der sich im Untertitel der Sendung über den Warschauer Herbst angekündigt hatte: «Experimentelle Musik». Auch die eben erwähnte Sendung lief unter diesem neuen Namen, und eine bald darauf von Knessl vorgestellte «Experimentelle Musik» präsentierte Mauricio Kagels «Transicion II» und Isang Yuns «Fluktuationen für Orchester». — Sendungen über Friedrich Cerhas Exercises, Charles Ives, John Cages «Amores» und «Atlas eclipticalis» (18. Juni 1968) sowie Nono und Stockhausen folgten.

Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: Martin Smolka/geb.1959 – Titel: Csardas for percussion solo and ensemble to Stephan Blum, Uraufführung – Leitung: Johannes Kalitzke – Ausführende: Klangforum Wien – Länge: 15:15 min – Label: Manus/Materialgebühr –

– Komponist/Komponistin: György Kurtág – Titel: Vier Lieder auf Gedichte von János Pilinszky op. 11 (2.Mal) – Solist/Solistin: István Gáti /Bariton – Orchester: Klangforum Wien – Leitung: Johannes Kalitzke – Länge: 07:35 min –

– Komponist/Komponistin: Toshio Hosokawa – Titel: Super Flumina Babylonis – Solist/Solistin: István Gáti /Bariton – Orchester: Klangforum Wien – Leitung: Johannes Kalitzke – Länge: 14:25 min

 
 

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Obamas begeistern Demokraten auf Parteitag in Chicago

21.08.2024NewsThe Washington PostTyler Pager —   –  Details

Barack + Michelle Obama

Der ehemalige Präsident und die ehemalige First Lady, zwei der beliebtesten Persönlichkeiten der Partei, lösen bei den Delegierten emotionale Reaktionen aus. — Der frühere Präsident Barack Obama und die frühere First Lady Michelle Obama, zwei der beliebtesten Persönlichkeiten der Demokratischen Partei, begeisterten die Delegierten beim Parteitag am Dienstag, indem sie sagten, sie hätten bei Kamala Harris dasselbe Gefühl der Aufregung und Hoffnung wahrgenommen, das ihren eigenen Aufstieg ins Weiße Haus kennzeichnete. — «Ich bin voller Hoffnung, denn dieser Parteitag war schon immer sehr gut für Kinder mit lustigen Namen, die an ein Land glauben, in dem alles möglich ist», sagte Barack Obama in Anspielung auf seinen Aufstieg zum politischen Star auf dem Parteitag 2004. «Denn wir haben die Chance, jemanden zu wählen, der sein ganzes Leben lang versucht hat, den Menschen die gleichen Chancen zu geben, die Amerika ihr gegeben hat.» — Der ehemalige Präsident versuchte, die Wahl als eine kategorische Entscheidung darzustellen. — «Wir brauchen nicht noch vier weitere Jahre des Getöses und Chaos. Wir haben diesen Film gesehen – und wir alle wissen, dass die Fortsetzung meist noch schlimmer ist», sagte er. «Amerika ist bereit für ein neues Kapitel. Amerika ist bereit für eine bessere Geschichte. Wir sind bereit für eine Präsidentin Kamala Harris.» — In ihrer Ansprache übermittelte Michelle Obama eine ähnliche Botschaft. «Amerika, die Hoffnung kehrt zurück», erklärte sie. — Die ehemalige First Lady – deren Auftritt mit besonderer Emotion aufgenommen wurde und einige Delegierte sogar zu Tränen rührte – legte sich auch mit Republikanern an, die Harris als inkompetent verunglimpft hatten, und nannte sie «eine der qualifiziertesten Personen, die jemals das Amt der Präsidentin angestrebt haben». Und sie stichelte gegen Trump wegen dessen jüngster Bemerkung, dass illegale Einwanderer «schwarze Jobs» einnahmen. — «Wer wird ihm sagen, dass der Job, den er gerade sucht, vielleicht einer dieser Jobs für Schwarze ist?», sagte sie.

 

In der Choreographie des Parteitags spielten die Obamas die Rolle charismatischer Persönlichkeiten, deren Aufgabe es war, die Anwesenden der Demokraten und andere zu inspirieren, Harris in den verbleibenden zwei Monaten bis zum Wahltag zum Sieg zu verhelfen. Am Montag gab es eine emotionale Hommage an den scheidenden Präsidenten Joe Biden, am Mittwoch wird der Vizepräsidentschaftskandidat Tim Walz den Hauptredner bilden, und am Donnerstag wird der Parteitag mit Harris› Dankesrede seinen Höhepunkt erreichen. — Bevor die Obamas das Wort ergriffen, führten die Delegierten auf dem Parteitag eine namentliche Abstimmung für Harris durch – ein farbenfrohes, wenn auch zeremonielles Ritual, mit dem Harris‹ offizielle Nominierung bekräftigt wurde, die Anfang des Monats bereits in einer virtuellen Abstimmung stattgefunden hatte. — Anschließend wurde Harris von einer Kundgebung, die sie in Milwaukee abhielt, hereingebeamt, um die Delegierten aus Chicago zu begrüßen, während sie in beiden Städten gleichzeitig vor den jubelnden Menschenmengen sprach. — «Ich danke allen dort und hier», sagte Harris. «Diese Kampagne wird von den Menschen getragen, und gemeinsam werden wir einen neuen Weg nach vorne beschreiten.» — Sie fügte hinzu: «Wir sehen uns in zwei Tagen, Chicago.» — In seinen Ausführungen würdigte Obama auch Bidens Amtszeit und seine Leistungen. Die beiden Männer haben eine komplizierte Beziehung, die sich von einer politischen Zweckheirat im Jahr 2008 zu einer Verbindung entwickelte, die von politischen Triumphen und dem Verlust von Bidens Sohn Beau geprägt ist. «Die Geschichte wird Joe Biden als einen Präsidenten in Erinnerung behalten, der die Demokratie in einem Moment großer Gefahr verteidigte», sagte Obama. «Ich bin stolz, ihn meinen Präsidenten nennen zu dürfen, aber noch stolzer, ihn meinen Freund nennen zu dürfen.» — Obama wählte Biden aufgrund seiner außenpolitischen Expertise und Washington-Erfahrung als seinen Vizekandidaten aus und glich damit Obamas vermeintliche politische Schwächen aus. Dabei verlieh er dem langjährigen Senator ein neues politisches Ansehen und bereitete damit den Boden für Bidens eigene Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2020. — Biden und seine engsten Mitarbeiter sind allerdings schon seit Langem frustriert über Obamas Skepsis gegenüber dessen politischen Aussichten – ein Streit, der bis zum Ende von Obamas Präsidentschaft zurückreicht und in den letzten Wochen auf dramatische Weise neu aufflammte.

 
 

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