27.02.2025 – Sound Art: Kunst zum Hören – Ö1 – Anna Soucek — – Details
Lise Lebleux
»Stille in drei Akten» von Lise Lebleux – Stücke zum Thema «Innere Stille» von Studierenden der FH St. Pölten — Die französische Soundkünstlerin Lise Lebleux hat eine dreiteilige Komposition entwickelt, die die der Stadt Wien inhärente Stille untersucht. Immer wieder wird uns die körperliche Anwesenheit der die Geräuschkulisse aufnehmenden Künstlerin gewahr, etwa wenn wir sie atmen hören, wenn Kleidung raschelt oder das Mikrofonkabeln knackst. Sie schreibt: «›Stille in drei Akten› ist eine dreiteilige Komposition, die sich auf jeweils einen Aspekt der für die Stadt Wien spezifischen Stille bezieht: Stille in der Luft, Stille auf der Erdoberfläche und Stille im Untergrund. Das Zusammentreffen von Landschaften und Klängen, denen meine Anwesenheit bei Feldaufnahmen innewohnt, offenbart die verborgenen Stillen.» — Wir bleiben auch in der zweiten Hälfte der heutigen Ausgabe beim Thema Stille. Im Rahmen des Kurses «Stimme und Sprache», Teil eines Audioprojekt-Semesters an der FH St. Pölten unter der Leitung von Philip Scheiner, haben Studierende der Medientechnik kurze Hörstücke zum Thema «Innere Stille» erstellt. Sie heißen Christoph Diem, David Janevski, Laurids Lamplmair und Felix Voglhuber. — Laurids Lamplmair: «Als großer Genießer des Film- und Serien-Genres Cyberpunk war klar, mit Zitaten aus Filmen des Genres könnten dessen Interpretationen für diverse Antworten der Frage sorgen, weshalb sie auch verwendet wurden. Das Bindungsglied zwischen den Zitaten wurde ein Radiorauschen, womit man das Projekt vielleicht als Gedankenradio interpretieren kann. Ebenfalls wurden Songzitate platziert, um dem Projekt eine Geschichte zu bieten, einen roten Faden, welche aufmerksame Hörer heraushören können.» — David Janevski: «Musik ist ein riesiger Teil meines Lebens, aber genauso sehr schätze ich die Stille. Für mich gehören die beiden zusammen – wie Ein- und Ausatmen. In meiner Wohnung gibt›s keine Heizung, nur meinen Kachelofen. Gerade im Winter ist das Feuer nicht nur eine Wärmequelle, sondern fast schon eine Art Begleiter. Ich liebe es, dem Knistern zu lauschen, den heulenden Wind zu hören und einfach dazusitzen. Ohne Ablenkung, nur mit meinen Gedanken. Ich merke dann, dass Stille nicht einfach «nichts» ist – sie hat ihre eigenen Klänge, ihre eigene Tiefe. Und genau das hat mich zu meinem Ergebnis geführt: Stille ist nicht leer, sondern voller Leben.» — Christoph Diem :»Mich hat besonders interessiert, wie sehr Atmosphäre allein durch Geräusche transportiert werden kann. Es war spannend zu erleben, wie schon kleine Veränderungen in der Klangkulisse die Stimmung beeinflussen.Ich habe gemerkt, dass Stille nicht einfach bedeutet, nichts zu hören – sondern dass sie genauso kraftvoll und vielschichtig sein kann wie Klang. Es war faszinierend zu experimentieren, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn ein Sturm langsam aufzieht und sich die Geräusche verdichten.»
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