Leonardo Patterson, 82, erfolgreicher Antiquitätenhändler, der zu Fall gebracht wurde, ist gestorben

03.04.2025News: NachrufeThe New York TimesClay Risen —   –  Details

Leonardo Patterson

Er wurde in ländlicher Armut geboren und schaffte es bis an die Spitze des Kunstmarktes. Doch er fiel zurück, nachdem er wegen des Verkaufs gefälschter und gestohlener Gegenstände verurteilt wurde. — Leonardo Patterson im Jahr 2008. Als der Markt für lateinamerikanische Antiquitäten boomte, erlangte er den Ruf, stets seltene und schöne Stücke zu besitzen. Er beharrte darauf, dass sie echt und legal seien, doch viele Experten zweifelten an seiner Aussage. — Leonardo Patterson, der trotz des Vorwurfs des Handels mit gefälschten und gestohlenen Artefakten aus der ländlichen Armut Costa Ricas in die höchsten Höhen des globalen Antiquitätenmarktes aufstieg – und steil abstürzte, als sich diese Vorwürfe als wahr herausstellten – starb am 11. Februar in Bautzen, einer Stadt im Nordosten Deutschlands. Er wurde 82 Jahre alt. — Sein Tod, der zuvor nicht gemeldet worden war, wurde von den Behörden in Bautzen bestätigt. Einen genauen Ort oder die Todesursache nannten sie jedoch nicht. — Der Markt für lateinamerikanische Antiquitäten erlebte in den 1960er Jahren einen Boom. Möglich wurde dies durch das fast völlige Fehlen von Gesetzen, die die oft großflächige Plünderung präkolumbischer Stätten verhinderten. Schnitzereien, Kopfbedeckungen und Schmuck, die jahrhundertelang in vergessenen Gräbern und Tempeln lagen, wurden plötzlich in Galerien in New York, London und Paris verkauft. — Herr Patterson hatte die einzigartige Möglichkeit, auf dieser Welle zu reiten. Er sagte, er habe nie lesen gelernt, aber was ihm an Bücherwissen fehlte, machte er durch Straßengeschick wett. Erst in Miami und dann in New York erwarb er sich den Ruf, stets seltene, schöne Gegenstände zu besitzen – zu einer Zeit, als der Besitz eines echten Olmeken-Steinkopfes der Höhepunkt des Manhattan-Chics war. — «In den 60er, 70er und 80er Jahren, als er sehr aktiv war, hat es niemanden wirklich interessiert», sagte Arthur Brand, ein Kunstdetektiv, der später vor Gericht gegen Herrn Patterson aussagte, in einem Interview. «Museen, Auktionshäuser, alle haben weggeschaut.» — Pattersons ärmliche Herkunft machte ihn noch attraktiver. Er behauptete, zwischen zwei Welten zu leben – ein Weltenbummler, der in den Dschungeln Mittelamerikas fest verankert war, was ihm beispiellosen Zugang und Einblicke in den Antiquitätenhandel verschaffte. — Er machte ein Vermögen. Er besuchte das Studio 54 häufig in maßgeschneiderten Dreiteilern und fuhr in einem Ferrari durch Manhattan. — Doch sein Ruf begann zu schwinden, als Länder Abkommen zur Einschränkung des Antiquitätenhandels schlossen und das reduzierte Angebot an echten Artefakten zu einer Fülle von Fälschungen führte. Herr Patterson beharrte stets darauf, dass seine Gegenstände echt und legal seien, doch viele Experten glaubten ihm nicht. (…)

 
 

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