31.03.2025 – News – Süddeutsche Zeitung – Andrian Kreye — – Details
Timothy Snyder
Es ist ein teuflisches Paradoxon, dass sich ausgerechnet in den USA die Intellektuellen auf die Flucht begeben – wo doch dort einst die geistige Freiheit wartete. Deutsche Hochschulen beobachten die Absetzbewegung mit großem Interesse. — Wollte schon in Trumps erster Amtszeit ausreisen: der Historiker Timothy Snyder.
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Wenn mit Marci Shore, Timothy Snyder und Jason Stanley gleich drei prominente Geisteswissenschaftler die USA verlassen, ist das ein Alarmsignal. Intellektuelle sind in politischen Systemen so etwas wie einst der Kanarienvogel im Kohlebergwerk, der noch vor den Menschen stirbt, wenn giftige Gase austreten. Geisteswissenschaftler sind schon von Berufs wegen die ersten, die das Ausmaß einer steigenden Repression einschätzen können und deswegen oft auch zu den ersten Zielen gehören. Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts hatten allesamt Kampagnen, um Intellektuelle auszuschalten, mal einzeln, mal en masse. (…)
SK-hehitt